Revisionszulassung wegen Divergenz

Eine Zulassung der Revision gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 2 Alternative 2 FGO wegen Divergenz setzt voraus, dass das Finanzgericht bei gleichem oder vergleichbarem Sachverhalt in einer entscheidungserheblichen Rechtsfrage eine andere Auffassung vertritt als der Bundesfinanzhof, der EuGH, das Bundesverfassungsgericht, der Gemeinsame Bundesfinanzhof der obersten Gerichtshöfe des Bundes, ein anderes oberstes Bundesgericht oder ein anderes Finanzgericht.

Revisionszulassung wegen Divergenz

Das Finanzgericht muss seiner Entscheidung einen tragenden abstrakten Rechtssatz zugrunde gelegt haben, der mit den ebenfalls tragenden Rechtsausführungen in der Divergenzentscheidung des anderen Gerichts nicht übereinstimmt1.

Eine zur Zulassung wegen Divergenz führende Nichtübereinstimmung im Rechtsgrundsätzlichen liegt jedoch nicht vor, wenn das Finanzgericht einen Sachverhalt lediglich abweichend würdigt2 oder wenn das Finanzgericht von den Rechtsgrundsätzen der Bundesfinanzhof-Rechtsprechung ausgeht und diese lediglich unzutreffend auf den Einzelfall anwendet3.

Bundesfinanzhof, Beschluss vom 3. Februar 2021 – XI B 45/20

  1. vgl. z.B. BFH, Beschlüsse vom 18.07.2017 – XI B 24/17, BFH/NV 2018, 60, Rz 15; vom 27.02.2018 – XI B 97/17, BFH/NV 2018, 738, Rz 8[]
  2. vgl. z.B. BFH, Beschluss vom 11.05.2007 – V B 49/06, BFH/NV 2007, 1683, unter II. 1., Rz 12[]
  3. vgl. z.B. BFH, Beschlüsse vom 07.02.2017 – V B 48/16, BFH/NV 2017, 629, Rz 11; vom 05.07.2018 – XI B 18/18, BFH/NV 2018, 1284, Rz 18[]