Revi­si­ons­zu­las­sung wegen grund­sätz­li­cher Bedeutung

Grund­sätz­li­che Bedeu­tung i.S. des § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO kommt einer Rechts­sa­che zu, wenn eine für die Beur­tei­lung des Streit­falls maß­geb­li­che Rechts­fra­ge das (abs­trak­te) Inter­es­se der All­ge­mein­heit an der ein­heit­li­chen Ent­wick­lung und Hand­ha­bung des Rechts berührt, klä­rungs­be­dürf­tig und in einem künf­ti­gen Revi­si­ons­ver­fah­ren klär­bar ist1.

Revi­si­ons­zu­las­sung wegen grund­sätz­li­cher Bedeutung

Wird die Beschwer­de mit der grund­sätz­li­chen Bedeu­tung der Rechts­sa­che begrün­det, hat der Beschwer­de­füh­rer nach den Dar­le­gungs­an­for­de­run­gen des § 116 Abs. 3 Satz 3 FGO eine hin­rei­chend bestimm­te und für die Ent­schei­dung des Streit­falls erheb­li­che abs­trak­te Rechts­fra­ge her­aus­zu­stel­len, der grund­sätz­li­che Bedeu­tung zukom­men soll. Hier­zu ist schlüs­sig und sub­stan­ti­iert unter Aus­ein­an­der­set­zung mit den zur auf­ge­wor­fe­nen Rechts­fra­ge in Recht­spre­chung und Schrift­tum ver­tre­te­nen Auf­fas­sun­gen dar­zu­le­gen, wes­halb die für bedeut­sam gehal­te­ne Rechts­fra­ge im all­ge­mei­nen Inter­es­se klä­rungs­be­dürf­tig und im Streit­fall klär­bar ist2. Ins­be­son­de­re sind Aus­füh­run­gen dazu erfor­der­lich, in wel­chem Umfang, von wel­cher Sei­te und aus wel­chen Grün­den die Beant­wor­tung der Rechts­fra­ge zwei­fel­haft und umstrit­ten ist3. Liegt zu der vom Beschwer­de­füh­rer her­aus­ge­stell­ten Rechts­fra­ge höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung vor, so gehört zu der Dar­le­gung der Klä­rungs­be­dürf­tig­keit eine fun­dier­te Stel­lung­nah­me dazu, wes­halb die­se Recht­spre­chung noch nicht zu einer hin­rei­chen­den Klä­rung geführt habe oder auf­grund wel­cher neu­en Ent­wick­lung sie nun­mehr erneut in Fra­ge gestellt wer­den müs­se4.

Allein der Umstand, dass zu einer bestimm­ten Rechts­fra­ge noch kei­ne Ent­schei­dung des BFH vor­liegt, recht­fer­tigt indes noch nicht die Revi­si­ons­zu­las­sung wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung5. Und eben­falls reicht der Umstand einer rechts­feh­ler­haf­ten Sach­ent­schei­dung für eine Revi­si­ons­zu­las­sung nicht aus.

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Widerruf einer einseitigen Erledigungserklärung

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 23. März 2021 – XI B 69/​20

  1. vgl. z.B. BFH, Beschlüs­se vom 13.03.2019 – XI B 89/​18, BFH/​NV 2019, 945, Rz 16; vom 14.07.2020 – XI B 1/​20, BFH/​NV 2020, 1258, Rz 10[]
  2. vgl. z.B. BFH, Beschlüs­se vom 13.03.2019 – XI B 97/​18, BFH/​NV 2019, 711, Rz 3; vom 29.04.2020 – XI B 113/​19, BFHE 268, 480, BStBl II 2020, 476, Rz 18[]
  3. vgl. z.B. BFH, Beschlüs­se vom 01.03.2016 – XI B 51/​15, BFH/​NV 2016, 957, Rz 8; vom 08.09.2020 – XI B 17/​20, BFH/​NV 2021, 185, Rz 9[]
  4. vgl. z.B. BFH, Beschlüs­se vom 12.06.2019 – XI B 71/​18, BFH/​NV 2019, 1329, Rz 6; vom 28.10.2020 – XI B 26/​20, BFH/​NV 2021, 536, Rz 12[]
  5. vgl. z.B. BFH, Beschlüs­se vom 20.10.2015 – IV B 80/​14, BFH/​NV 2016, 168, Rz 7; in BFH/​NV 2019, 1329, Rz 6[]