Revi­si­ons­zu­las­sung zur Siche­rung einer ein­heit­li­chen Rechtsprechung

Eine Zulas­sung der Revi­si­on gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 2 Alter­na­ti­ve 2 FGO zur Siche­rung einer ein­heit­li­chen Recht­spre­chung wegen Diver­genz setzt vor­aus, dass das Finanz­ge­richt bei glei­chem oder ver­gleich­ba­rem Sach­ver­halt in einer ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Rechts­fra­ge eine ande­re Auf­fas­sung ver­tritt als der Bun­des­fi­nanz­hof, der Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on, das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, der Gemein­sa­me Senat der obers­ten Gerichts­hö­fe des Bun­des, ein ande­res obers­tes Bun­des­ge­richt oder ein ande­res Gericht.

Revi­si­ons­zu­las­sung zur Siche­rung einer ein­heit­li­chen Rechtsprechung

Das Finanz­ge­richt muss sei­ner Ent­schei­dung einen tra­gen­den abs­trak­ten Rechts­satz zugrun­de gelegt haben, der mit den eben­falls tra­gen­den Rechts­aus­füh­run­gen in der Diver­genz­ent­schei­dung des ande­ren Gerichts nicht über­ein­stimmt1

Zur schlüs­si­gen Dar­le­gung die­ses Zulas­sungs­grun­des muss der Beschwer­de­füh­rer tra­gen­de abs­trak­te Rechts­sät­ze aus dem ange­foch­te­nen Urteil einer­seits und aus der behaup­te­ten Diver­genz­ent­schei­dung ande­rer­seits her­aus­ar­bei­ten und ein­an­der so gegen­über­stel­len, dass die behaup­te­te Abwei­chung erkenn­bar wird2.

Aus der Beschwer­de­be­grün­dung muss sich auch erge­ben, dass dem Streit­fall ein ver­gleich­ba­rer Sach­ver­halt zugrun­de liegt wie der Diver­genz­ent­schei­dung3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 23. März 2021 – XI B 69/​20

  1. vgl. z.B. BFH, Beschlüs­se vom 27.02.2018 – XI B 97/​17, BFH/​NV 2018, 738, Rz 8; in BFH/​NV 2019, 945, Rz 22[]
  2. z.B. BFH, Beschlüs­se vom 09.05.2017 – XI B 13/​17, BFH/​NV 2017, 1198, Rz 16; vom 05.07.2018 – XI B 17/​18, BFH/​NV 2018, 1139, Rz 19[]
  3. vgl. z.B. BFH, Beschlüs­se vom 09.04.2014 – XI B 10/​14, BFH/​NV 2014, 1099, Rz 9; vom 26.09.2017 – XI B 65/​17, BFH/​NV 2018, 240, Rz 25[]