Rich­ter­li­che Hin­weis­pflicht – und die Besorg­nis der Befan­gen­heit

Aus behaup­te­ten rich­ter­li­chen Ver­fah­rens­ver­stö­ßen oder Hin­weis­feh­lern lässt sich eine Befan­gen­heits­be­sorg­nis nur bei zusätz­li­chen Anhalts­punk­ten für eine unsach­li­che Ein­stel­lung ablei­ten.

Rich­ter­li­che Hin­weis­pflicht – und die Besorg­nis der Befan­gen­heit

Gemäß § 51 Abs. 1 Satz 1 FGO i. V. m. § 42 Abs. 1 und 2 ZPO kann ein Rich­ter wegen Besorg­nis der Befan­gen­heit abge­lehnt wer­den, wenn ein Grund vor­liegt, der geeig­net ist, Miss­trau­en gegen sei­ne Unpar­tei­lich­keit zu recht­fer­ti­gen.

Bei sach­li­cher Pro­zess­füh­rung lässt sich selbst in Fäl­len mög­li­cher Ver­fah­rens­ver­stö­ße oder Hin­weis­pflicht­feh­ler aus die­sen eine Befan­gen­heits­be­sorg­nis nicht her­lei­ten [1]. Hier­für wäre zusätz­li­che Anhalts­punk­ten für eine Will­kür oder unsach­li­che Ein­stel­lung des Rich­ters erfor­der­lich [2].

Finanz­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 2. Novem­ber 2015 – 3 K 225/​14

  1. vgl. FG Ham­burg, Beschlüs­se vom 22.05.2014 – 3 K 207/​13, Juris; vom 11.03.2011 3 – V 15/​11; vom 02.10.2007 – 3 K 17/​07, EFG 2008, 398[]
  2. BFH, Beschlüs­se vom 21.11.1991 – VII B 53–54/91, BFH/​NV 1992, 526; vom 05.09.1989 – VII B 65/​89, BFH/​NV 1990, 310[]