Rück­nah­me eines rechts­wid­ri­gen begüns­ti­gen­den Ver­wal­tungs­akts

Ein rechts­wid­ri­ger begüns­ti­gen­der Ver­wal­tungs­akt kann nach § 130 Abs. 2 AO nur dann zurück­ge­nom­men wer­den, wenn bei sei­nem Erlass von einem tat­säch­lich nicht gege­be­nen Sach­ver­halt aus­ge­gan­gen oder das im Zeit­punkt sei­nes Erlas­ses gel­ten­de Recht unrich­tig ange­wandt wor­den ist; eine nach­träg­li­che Ände­rung der Sach- oder Rechts­la­ge hin­ge­gen macht einen ursprüng­lich recht­mä­ßi­gen Ver­wal­tungs­akt grund­sätz­lich nicht i.S. des § 130 AO rechts­wid­rig, es sei denn, es läge ein Fall steu­er­recht­li­cher Rück­wir­kung vor. Eine "nach­träg­lich ein­ge­tre­te­ne Tat­sa­che" i.S. des § 131 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3 AO kann auch die steu­er­recht­li­che Beur­tei­lung eines Sach­ver­halts in einem ande­ren Bescheid sein, der Bin­dungs­wir­kung für den zu wider­ru­fen­den Bescheid hat.

Rück­nah­me eines rechts­wid­ri­gen begüns­ti­gen­den Ver­wal­tungs­akts

Wird ein Ein­kom­men­steu­er­be­scheid geän­dert, weil die in ihm erfass­ten Lohn­zah­lun­gen wegen Fest­set­zungs­ver­jäh­rung nicht erfasst wer­den dür­fen, kann die mit dem Ein­kom­men­steu­er­be­scheid ver­bun­de­ne Anrech­nungs­ver­fü­gung, wel­che die auf den Lohn ent­rich­te­te Lohn­steu­er ange­rech­net hat­te, wider­ru­fen wer­den.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 9. Dezem­ber 2008 – VII R 43/​07