Sach­an­wen­dungs­rü­ge oder Gehörs­rü­ge?

Wird mit der Rüge man­geln­der Sach­auf­klä­rung das Über­ge­hen von Beweis­an­trä­gen gel­tend gemacht, muss neben dem Beweis­the­ma und dem ange­bo­te­nen Beweis­mit­tel vor­ge­tra­gen wer­den, inwie­fern das Urteil des Finanz­ge­richt auf der unter­las­se­nen Beweis­erhe­bung beru­hen kann und wel­ches Ergeb­nis die Beweis­auf­nah­me vor­aus­sicht­lich erge­ben hät­te.

Sach­an­wen­dungs­rü­ge oder Gehörs­rü­ge?

Fer­ner muss dar­ge­legt wer­den, dass die Nicht­er­he­bung des ange­bo­te­nen Bewei­ses in der münd­li­chen Ver­hand­lung gerügt wur­de oder wes­halb die­se Rüge nicht mög­lich war 1.

Soweit die Klä­ger vor­brin­gen, das Finanz­ge­richt habe ihren Sach­vor­trag über­gan­gen oder unzu­tref­fen­de Fest­stel­lun­gen getrof­fen und sie inso­weit die Ver­let­zung ihres Anspruchs auf Gewäh­rung recht­li­chen Gehörs (Art. 103 Abs. 1 GG, § 96 Abs. 2 FGO) rügen, müs­sen sie ins­be­son­de­re aus­füh­ren, inwie­fern ihnen das Finanz­ge­richt das recht­li­che Gehör ver­sagt habe, zu wel­chen Tat­sa­chen oder Rechts­fra­gen sie sich nicht hät­ten äußern kön­nen und was sie bei aus­rei­chen­der Gewäh­rung des Rechts auf Gehör noch vor­ge­tra­gen hät­ten. Die Klä­ger haben auch dar­zu­le­gen, dar­ge­legt, dass kei­ne Mög­lich­keit bestan­den habe, die Gehörs­ver­let­zung bereits vor Erge­hen der Ent­schei­dung zu bean­stan­den, bzw. dass sie den Ver­fah­rens­ver­stoß beim Finanz­ge­richt gerügt haben und dass durch ihr ‑ledig­lich infol­ge des Ver­fah­rens­feh­lers- unter­blie­be­nes Vor­brin­gen die Ent­schei­dung auf der Grund­la­ge der mate­ri­ell-recht­li­chen Auf­fas­sung des Finanz­ge­richt anders hät­te aus­fal­len kön­nen 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 11. Mai 2016 – III B 105/​15

  1. z.B. BFH, Beschluss vom 18.03.2013 – III B 143/​12, BFH/​NV 2013, 963, Rz 8, m.w.N.[]
  2. z.B. BFH, Beschluss vom 28.02.2014 – III B 126/​13, BFH/​NV 2014, 884, Rz 12, m.w.N.[]