Sach­auf­klä­rungs­pflicht – und ihre Ver­let­zung im finanz­ge­richt­li­chen Verfahren

Die schlüs­si­ge Rüge der Ver­let­zung der Sach­auf­klä­rungs­pflicht (§ 76 Abs. 1 Satz 1 FGO) erfor­dert Dar­le­gun­gen dazu, wel­che Tat­sa­chen das Finanz­ge­richt hät­te auf­klä­ren müs­sen, wel­che ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Tat­sa­chen sich bei einer wei­te­ren Sach­auf­klä­rung vor­aus­sicht­lich erge­ben hät­ten, inwie­fern eine wei­te­re Auf­klä­rung des Sach­ver­halts auf der Grund­la­ge des inso­weit maß­geb­li­chen mate­ri­ell-recht­li­chen Stand­punkts des Finanz­ge­richt zu einer ande­ren Ent­schei­dung hät­te füh­ren kön­nen und aus wel­chen Grün­den sich dem Finanz­ge­richt unter Berück­sich­ti­gung sei­nes Rechts­stand­punkts die Not­wen­dig­keit einer wei­te­ren Auf­klä­rung des Sach­ver­halts hät­te auf­drän­gen müs­sen1.

Sach­auf­klä­rungs­pflicht – und ihre Ver­let­zung im finanz­ge­richt­li­chen Verfahren

Die­sen Anfor­de­run­gen ent­spricht das Beschwer­de­vor­brin­gen nicht, wenn der Beschwer­de­füh­rer schon schon nicht angibt, wel­che kon­kre­te ent­schei­dungs­er­heb­li­che Tat­sa­che die Vor­in­stanz auf der Grund­la­ge ihres mate­ri­ell-recht­li­chen Stand­punkts hät­te (wei­ter) auf­klä­ren müs­sen, son­dern sich viel­mehr im Sti­le einer Revi­si­ons­be­grün­dung ledig­lich gegen die sei­ner Mei­nung nach feh­ler­haf­te Tat­sa­chen- und Beweis­wür­di­gung durch das Finanz­ge­richt wen­det. Die­se ist einer Über­prü­fung im Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de­ver­fah­ren aller­dings ent­zo­gen2. Sach­ver­halts- und Beweis­wür­di­gung sind revi­si­ons­recht­lich dem mate­ri­el­len Recht zuzuordnen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 26. Novem­ber 2020 – VI B 29/​20

  1. stän­di­ge Recht­spre­chung, z.B. BFH, Beschluss vom 15.01.2018 – VI B 77/​17, Rz 9, m.w.N.[]
  2. BFH, Beschluss vom 27.06.2012 – X B 62/​11, Rz 3, m.w.N.[]

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