Sachur­teil statt Prozessurteil

Die Vor­schrif­ten der FGO, die die Fra­ge regeln, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen das Gericht in einem anhän­gig gemach­ten Pro­zess zur Sache ent­schei­det, gehö­ren zu den Vor­schrif­ten des gericht­li­chen Ver­fah­rens, deren feh­ler­haf­te Hand­ha­bung mit Ver­fah­rens­rü­gen gel­tend gemacht wer­den kann.

Sachur­teil statt Prozessurteil

Ob ein Ver­fah­rens­man­gel vor­liegt, rich­tet sich nach der objek­ti­ven Rechts­la­ge im Zeit­punkt der ange­foch­te­nen Ent­schei­dung [1]. Daher stellt der Erlass eines Sachur­teils statt eines Pro­zes­s­ur­teils einen Ver­fah­rens­feh­ler dar [2].

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 21. Juli 2016 – V S 20/​16 (PKH)

  1. vgl. BFH, Beschluss vom 16.05.2002 – VII B 29/​01, BFH/​NV 2002, 1321, unter II.[]
  2. vgl. BFH, Beschluss vom 16.07.2015 – IV B 72/​14, BFH/​NV 2015, 1351, Leit­satz 3[]

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