Säum­nis­zu­schlä­ge

Wird eine Steu­er nicht bis zum Ablauf des Fäl­lig­keits­tags ent­rich­tet, so ist nach § 240 Abs. 1 Satz 1 Halb­satz 1 AO für jeden ange­fan­ge­nen Monat der Säum­nis ein Säum­nis­zu­schlag von 1 Pro­zent des abge­run­de­ten rück­stän­di­gen Steu­er­be­trags zu ent­rich­ten; abzu­run­den ist gemäß § 240 Abs. 1 Satz 1 Halb­satz 2 AO auf den nächs­ten durch 50 EUR teil­ba­ren Betrag.

Säum­nis­zu­schlä­ge

Säum­nis­zu­schlä­ge ent­ste­hen somit kraft Geset­zes, wenn die Tat­be­stands­vor­aus­set­zun­gen der Säum­nis ver­wirk­licht sind, und sie wer­den mit ihrer Ent­ste­hung fäl­lig (§ 220 Abs. 2 Satz 1 AO). Einer Fest­set­zung der Säum­nis­zu­schlä­ge durch das Finanz­amt bedarf es nicht 1.

Dar­über hin­aus bestimmt § 240 Abs. 1 Satz 4 AO, dass bereits ver­wirk­te Säum­nis­zu­schlä­ge von einer Auf­he­bung, Ände­rung oder Berich­ti­gung der zugrun­de lie­gen­den Steu­er­fest­set­zung unbe­rührt blei­ben 2.

Die ent­stan­de­nen und fäl­li­gen Säum­nis­zu­schlä­ge unter­lie­gen gemäß § 228 AO einer fünf­jäh­ri­gen Zah­lungs­ver­jäh­rung. Die Ver­jäh­rung beginnt gemäß § 229 Abs. 1 Satz 1 AO mit Ablauf des Kalen­der­jahrs, in dem der Anspruch erst­mals fäl­lig gewor­den ist. Die Ver­jäh­rung wird gemäß § 231 Abs. 1 Satz 1 AO (in der bis zum 24.06.2017 gel­ten­den Fas­sung ‑a.F.-; jetzt § 231 Abs. 1 Satz 1 Nr. 8 AO) u.a. durch die schrift­li­che Gel­tend­ma­chung des Anspruchs unter­bro­chen. Dies hat gemäß § 231 Abs. 3 AO zur Fol­ge, dass mit dem Ablauf des Kalen­der­jahrs, in dem die Unter­bre­chung geen­det hat, eine neue ‑fünf­jäh­ri­ge- Ver­jäh­rungs­frist beginnt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 19. März 2019 – VII R 27/​17

  1. vgl. BFH, Urteil in BFHE 212, 29, BSt­Bl II 2006, 578; s. auch Klein/​Rüsken, a.a.O., § 240 Rz 11[]
  2. s. dazu auch BFH, Urteil vom 18.09.2018 – XI R 36/​16, BFHE 262, 297, BSt­Bl II 2019, 87, Rz 31 ff.[]