Schät­zung der Besteue­rungs­grund­la­gen durch das Finanz­ge­richt – und die Über­prü­fung durch den Bun­des­fi­nanz­hof

Nimmt das Finanz­ge­richt gemäß § 96 Abs. 1 Satz 1 Halb­satz 2 FGO, § 162 AO eine eige­ne Schät­zung von Besteue­rungs­grund­la­gen (hier: der zeit­li­chen Nut­zungs­an­tei­le für das Arbeits­zim­mer im Rah­men der Ein­künf­te aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit und aus selb­stän­di­ger Arbeit) vor, ist nur die­se Schät­zung Gegen­stand des Revi­si­ons­ver­fah­rens und gehört zu den tat­säch­li­chen Fest­stel­lun­gen i.S. des § 118 Abs. 2 FGO.

Schät­zung der Besteue­rungs­grund­la­gen durch das Finanz­ge­richt – und die Über­prü­fung durch den Bun­des­fi­nanz­hof

Eine Über­prü­fung der gericht­li­chen Schät­zung im Revi­si­ons­ver­fah­ren ist hin­sicht­lich der Zuläs­sig­keit, der Ein­hal­tung der ver­fah­rens­recht­li­chen Vor­aus­set­zun­gen sowie der Schlüs­sig­keit und Plau­si­bi­li­tät des Ergeb­nis­ses der Schät­zung mög­lich 1.

Nach § 162 Abs. 1 Satz 2 AO sind bei einer Schät­zung der Besteue­rungs­grund­la­gen durch das Finanz­ge­richt alle Umstän­de zu berück­sich­ti­gen, die für die Schät­zung von Bedeu­tung sind.

Das gewon­ne­ne Schät­zungs­er­geb­nis muss schlüs­sig, wirt­schaft­lich mög­lich, ver­nünf­tig und plau­si­bel sein 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 25. April 2017 – VIII R 52/​13

  1. BFH, Urtei­le vom 17.10.2001 – I R 103/​00, BFHE 197, 68, BSt­Bl II 2004, 171; vom 23.04.2015 – V R 32/​14, BFH/​NV 2015, 1106[]
  2. BFH, Urtei­le vom 24.06.2014 – VIII R 54/​10, BFH/​NV 2014, 1501, Rz 23; in BFH/​NV 2015, 1106, Rz 13[]