Schät­zung der Besteue­rungs­grund­la­gen im Spei­se­re­stau­rant – nach der "30/70-Metho­de"

Grund­sätz­lich ist eine vom Finanz­amt auf Grund­la­ge einer Geträn­ke­kal­ku­la­ti­on vor­ge­nom­me­ne Schät­zung, die auf betriebs­in­ter­nen Daten auf­baut, aus Sicht des Bun­des­fi­nanz­hofs eine geeig­ne­te Schät­zungs­me­tho­de.

Schät­zung der Besteue­rungs­grund­la­gen im Spei­se­re­stau­rant – nach der "30/70-Metho­de"

Die­se sog. "30/70-Metho­de" basiert näm­lich auf dem Gedan­ken, dass in einem Spei­se­re­stau­rant das Ver­hält­nis zwi­schen ver­zehr­ten Spei­sen und Geträn­ken nur gerin­gen Schwan­kun­gen unter­liegt, da die Gäs­te typi­scher­wei­se im Durch­schnitt zu jeder Spei­se eine bestimm­te Men­ge an Geträn­ken zu sich neh­men.

Die­ser Gedan­ke recht­fer­tigt es, aus der Höhe der kal­ku­lier­ten Geträn­ke­um­sät­ze auf die Höhe der Spei­sen­um­sät­ze zu schlie­ßen, ohne dass die­se geson­dert anhand des Waren­ein­kaufs kal­ku­liert wer­den müss­ten, zumal eine sol­che Spei­sen­kal­ku­la­ti­on in einem Restau­rant meist auf­grund des umfang­rei­chen Ange­bots nur schwer durch­führ­bar ist.

In Rela­ti­on zum Zeit­rei­hen­ver­gleich hat der Bun­des­fi­nanz­hof in sei­nem Urteil in BFHE 249, 390, BSt­Bl II 2015, 743 den Vor­rang der die indi­vi­du­el­len Ver­hält­nis­se des jewei­li­gen Steu­er­pflich­ti­gen berück­sich­ti­gen­den Schät­zungs­me­tho­den dar­ge­legt, zu denen neben der Ver­mö­gens­zu­wachs- oder Geld­ver­kehrs­rech­nung auch die Auf­schlags- und Aus­beu­te­kal­ku­la­ti­on gehört. Eine dar­über­hin­aus­ge­hen­de Ver­pflich­tung, etwa eine Geld­ver­kehrs­rech­nung vor­zu­neh­men, besteht auch nach dem BFH-Urteil in BFHE 249, 390, BSt­Bl II 2015, 743, dort unter II. 3.b aus­ge­führt, aus­drück­lich nicht 1.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 11. Janu­ar 2017 – X B 104/​16

  1. so auch schon BFH, Beschluss vom 13.09.2016 – X B 146/​15, BFH/​NV 2016, 1747, unter II. 2.a, m.w.N.[]