Schätzung der Besteuerungsgrundlagen im Speiserestaurant – nach der “30/70-Methode”

13. März 2017 | Steuerrecht
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Grundsätzlich ist eine vom Finanzamt auf Grundlage einer Getränkekalkulation vorgenommene Schätzung, die auf betriebsinternen Daten aufbaut, aus Sicht des Bundesfinanzhofs eine geeignete Schätzungsmethode.

Diese sog. “30/70-Methode” basiert nämlich auf dem Gedanken, dass in einem Speiserestaurant das Verhältnis zwischen verzehrten Speisen und Getränken nur geringen Schwankungen unterliegt, da die Gäste typischerweise im Durchschnitt zu jeder Speise eine bestimmte Menge an Getränken zu sich nehmen.

Dieser Gedanke rechtfertigt es, aus der Höhe der kalkulierten Getränkeumsätze auf die Höhe der Speisenumsätze zu schließen, ohne dass diese gesondert anhand des Wareneinkaufs kalkuliert werden müssten, zumal eine solche Speisenkalkulation in einem Restaurant meist aufgrund des umfangreichen Angebots nur schwer durchführbar ist.

In Relation zum Zeitreihenvergleich hat der Bundesfinanzhof in seinem Urteil in BFHE 249, 390, BStBl II 2015, 743 den Vorrang der die individuellen Verhältnisse des jeweiligen Steuerpflichtigen berücksichtigenden Schätzungsmethoden dargelegt, zu denen neben der Vermögenszuwachs- oder Geldverkehrsrechnung auch die Aufschlags- und Ausbeutekalkulation gehört. Eine darüberhinausgehende Verpflichtung, etwa eine Geldverkehrsrechnung vorzunehmen, besteht auch nach dem BFH-Urteil in BFHE 249, 390, BStBl II 2015, 743, dort unter II. 3.b ausgeführt, ausdrücklich nicht1.

Bundesfinanzhof, Beschluss vom 11. Januar 2017 – X B 104/16

  1. so auch schon BFH, Beschluss vom 13.09.2016 – X B 146/15, BFH/NV 2016, 1747, unter II. 2.a, m.w.N.

 
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