Schät­zung der Besteue­rungs­grund­la­gen – und die Wahl der Schät­zungs­me­tho­de

Die Wahl der Schät­zungs­me­tho­de steht im pflicht­ge­mä­ßen Ermes­sen der Finanz­be­hör­de und des Finanz­ge­richts, wenn es sei­ne eige­ne Schät­zungs­be­fug­nis aus § 96 Abs. 1 Satz 1 FGO i. V. m. § 162 AO aus­übt.

Schät­zung der Besteue­rungs­grund­la­gen – und die Wahl der Schät­zungs­me­tho­de

Es ist eine Schät­zungs­me­tho­de zu wäh­len, die die größ­te Gewähr dafür bie­tet, mit einem zumut­ba­ren Auf­wand das wahr­schein­lichs­te Ergeb­nis zu erzie­len 1. Die Wahl der Schät­zungs­me­tho­de rich­tet sich nach den jewei­li­gen Umstän­den des Ein­zel­fal­les 2.

Ziel jeder Schät­zung muss es sein, Besteue­rungs­grund­la­gen so zu ermit­teln, dass sie der Wirk­lich­keit mög­lichst nahe kom­men. Schätz­er­geb­nis­se müs­sen dar­über hin­aus wirt­schaft­lich ver­nünf­tig und mög­lich sein 3.

Es liegt in der Natur der Sache, dass das Ergeb­nis einer Schät­zung von den tat­säch­li­chen Ver­hält­nis­sen abwei­chen kann. Sol­che Abwei­chun­gen sind not­wen­dig mit einer Schät­zung ver­bun­den, die in Unkennt­nis der wah­ren Gege­ben­hei­ten erfolgt. Die Schät­zung muss sich aller­dings in dem durch die Umstän­de des Fal­les gezo­ge­nen Schät­zungs­rah­men hal­ten 4.

Finanz­ge­richt Ham­burg, Beschluss vom 1. August 2016 – 2 V 115/​16

  1. vgl. Seer in Tipke/​Kruse, AO/​FGO, § 162 AO Rn. 52 m. w. N.[]
  2. vgl. z. B. FG Bre­men, Urteil vom 17.01.2007 – 2 K 229/​04, EFG 2008, 8[]
  3. vgl. BFH, Urteil vom 18.12 1984 – VIII R 195/​82, BSt­Bl II 1986, 226[]
  4. vgl. BFH, Urteil vom 01.10.1992 – IV R 34/​90, BSt­Bl II 1993, 259[]