Steu­er­haf­tung – und die Ver­jäh­rung der Steu­er­schuld

Gemäß § 191 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 AO kann ein Haf­tungs­be­scheid nicht mehr erge­hen, soweit die Steu­er gegen den Steu­er­schuld­ner nicht fest­ge­setzt wor­den ist und auch wegen Ablaufs der Fest­set­zungs­frist auch nicht mehr fest­ge­setzt wer­den kann.

Steu­er­haf­tung – und die Ver­jäh­rung der Steu­er­schuld

Die Vor­schrift des § 191 Abs. 5 AO erfasst dabei sowohl die Fest­set­zungs- als auch die Zah­lungs­ver­jäh­rung 1.

Zum Zeit­punkt des Erlas­ses des Haf­tungs­be­schei­des war die für die Fest­set­zung der Ein­fuhr­ab­ga­ben gel­ten­de Ver­jäh­rungs­frist noch nicht abge­lau­fen. Grund­sätz­lich beträgt die Ver­jäh­rungs­frist für Ein­fuhr­ab­ga­ben gemäß Art 103 Abs. 1 UZK drei Jah­re. Ist die Zoll­schuld auf­grund einer zum Zeit­punkt ihrer Bege­hung straf­ba­ren Hand­lung ent­stan­den, so ver­län­gert sich die Frist von drei auf min­des­tens fünf und höchs­tens 10 Jah­re gemäß dem ein­zel­staat­li­chen Recht, Art. 103 Absatz 2 der Ver­ord­nung 2 vom 09.10.2013 des Euro­päi­schen Par­la­ments und des Rates zur Fest­le­gung des Zoll­ko­dex der Uni­on 3 (UZK). Für die Anwen­dung des Art. 103 Abs. 2 UZK ist es uner­heb­lich, wer die Ein­fuhr­ab­ga­ben hin­ter­zo­gen hat. Es kommt nur dar­auf an, dass es sich objek­tiv um hin­ter­zo­ge­ne Beträ­ge han­delt 4.

Finanz­ge­richt Meck­len­burg ‑Vor­pom­mern, Urteil vom 19. Okto­ber 2016 – 3 K 86/​13

  1. vgl. dazu BFH, Beschluss vom 11.07.2001 – VII R 28/​99, BFHE 195, 510, BSt­Bl II 2002, 267[]
  2. EU Nr. 952/​2013[]
  3. ABl. EU Nr. L 287, S.90[]
  4. vgl. zum grund­sätz­lich im Zoll­recht anzu­wen­den objek­ti­ven Maß­stab Wit­te, ZK, 6. Aufl., Art.202 Rz 18 f.[]