Das ändert sich 2007

Wich­ti­ge steu­er­li­che Ver­än­de­run­gen für Steu­er­pflich­ti­ge ste­hen auch im Jahr 2007 wie­der an. Und zwar in vie­len Berei­chen des deut­schen Rechts:

Das ändert sich 2007

Mehr­wert­steu­er:

Erhö­hung der Mehr­wert­steu­er von 16 auf 19 Pro­zent. Aus­ge­nom­men hier­von sind jedoch z.B. Lebens­mit­tel, für die der ermä­ßig­te Satz von 7 Pro­zent unver­än­dert bestehen bleibt.
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Ver­si­che­rungs­steu­er

Erhö­hung der Ver­si­che­rungs­steu­er um 3 Punk­te auf 19 Pro­zent. Dies gilt u.a. für die pri­va­te Haft­pflicht­ver­si­che­rung sowie die Kfz-Ver­si­che­rung. Abwei­chend davon steigt der Steu­er­satz bei Feu­er­ver­si­che­run­gen auf 14 Pro­zent, was Aus­wir­kun­gen auf Wohn­ge­bäu­de- und Haus­rat­ver­si­che­run­gen hat. Von der Steu­er­erhö­hung aus­ge­nom­men sind Lebens‑, Ren­ten- und Kran­ken­ver­si­che­run­gen.
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Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung:

Die Anhe­bung der Mehr­wert­steu­er von 16 auf 19 Pro­zent zu Beginn des neu­en Jah­res soll dem Bun­des­haus­halt im ers­ten Jahr rund 19,4 Mil­li­ar­den Euro und in den Fol­ge­jah­ren 23,3 Mil­li­ar­den Euro Mehr­ein­nah­men brin­gen. Die Mehr­ein­nah­men wer­den nur zu einem Teil für die Kon­so­li­die­rung des Haus­halts ver­wen­det. Ein Drit­tel der Ein­nah­men ist zur Mit­fi­nan­zie­rung der Sen­kung der Sozi­al­ab­ga­ben vor­ge­se­hen. So soll der von Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber zu tra­gen­de Bei­trags­satz für die Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung von 6,5 auf 4,2 Pro­zent gesenkt wer­den. Dadurch soll es nach einer Ankün­di­gung der Bun­des­re­gie­rung zu einer Ent­las­tung der Arbeit­neh­mer und Arbeit­ge­ber von gut 17 Mil­li­ar­den Euro kom­men. Mit der Sen­kung der Arbeits­kos­ten erhofft sich die Bun­des­re­gie­rung einen bedeut­sa­men Impuls für Beschäf­ti­gung.
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„Rei­chen­steu­er“:

Erhö­hung des Spit­zen­steu­er­sat­zes um 3 Pro­zent auf Ein­künf­te ober­halb von 250.000 Euro für Ledi­ge und 500.000 Euro für Ver­hei­ra­te­te, um auch Spit­zen­ver­die­ner ange­mes­sen an der Kon­so­li­die­rung des Haus­hal­tes zu betei­li­gen. Aus­ge­nom­men sind die unter­neh­me­ri­schen Gewinn­ein­kunfts­ar­ten, d..h., Frei­be­ruf­ler und Selb­stän­di­ge wer­den von der Rei­chen­steu­er nicht erfasst.
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Spa­rer­frei­be­trag:

Anle­ger müs­sen künf­tig einen noch höhe­ren Teil ihrer Spar­zin­sen ans Finanz­amt abfüh­ren. Der Spa­rer­frei­be­trag wird von 1.370 auf 750 Euro für Ledi­ge und von 2.740 auf 1.500 Euro für Ver­hei­ra­te­te abge­senkt. Das heißt, künf­tig wer­den Steu­ern auf Zin­sen ab einem nied­ri­ge­ren Betrag fäl­lig. Der Wer­bungs­kos­ten­pausch­be­trag in Höhe von 51 Euro pro Per­son bleibt unver­än­dert.
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Kin­der­geld:

Die Alters­gren­ze für die Gewäh­rung von Kin­der­geld bzw. kind­be­ding­ten Frei­be­trä­gen ist für voll­jäh­ri­ge Kin­der, die bei Vor­lie­gen der gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen noch berück­sich­tigt wer­den kön­nen, ab dem Geburts­jahr 1983 auf die Zeit vor Voll­endung des 25. Lebens­jah­res abge­senkt wor­den. Für Kin­der der Geburts­jahr­gän­ge 1980 bis 1982 und für Kin­der, wel­che die Vor­aus­set­zun­gen für einen sog. Ver­län­ge­rungs­tat­be­stand erfül­len, gel­ten Über­gangs­re­ge­lun­gen. Sind die Vor­aus­set­zun­gen für den Anspruch auf Kin­der­geld bzw. die Frei­be­trä­ge für Kin­der nicht mehr erfüllt, kön­nen die Unter­halts­leis­tun­gen der Eltern an das Kind grund­sätz­lich als außer­ge­wöhn­li­che Belas­tung nach § 33a Abs. 1 EStG bis zu einem Höchst­be­trag von 7.680 Euro ? unter Anrech­nung von eige­nen Ein­künf­ten und Bezü­gen des Kin­des, die 624 Euro über­stei­gen ? im Kalen­der­jahr berück­sich­tigt wer­den, wenn das Kind kein oder nur ein gerin­ges Ver­mö­gen besitzt.
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Neu­re­ge­lung der Fami­li­en­för­de­rung:

Das Eltern­geld wird ab Janu­ar 2007 das bis­he­ri­ge Erzie­hungs­geld erset­zen. Es han­delt sich beim Eltern­geld um eine Lohn­er­satz­leis­tung, deren Höhe sich am bis­he­ri­gen Ein­kom­men des betreu­en­den Eltern­teils ori­en­tiert. Anspruch auf Eltern­geld haben grund­sätz­lich alle Eltern, deren Kind ab dem 1.1.2007 gebo­ren wur­de. Eltern von Kin­dern, die bis zu die­sem Stich­tag gebo­ren wur­den, haben wei­ter­hin ggf. Anspruch auf Erzie­hungs­geld nach dem Bun­des­er­zie­hungs­geld­ge­setz. Das Eltern­geld kann nicht nur von bis­her in einem Arbeits­ver­hält­nis täti­gen Eltern­tei­len in Anspruch genom­men wer­den, son­dern auch dann, wenn die Eltern selbst­stän­dig tätig oder arbeits­los sind.
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Ren­ten­bei­trä­ge:

Der Bei­trags­satz zur Staat­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung steigt im kom­men­den Jahr von 19,5% auf 19,9%. Damit sol­len die Ein­nah­men der Ren­ten­kas­se sta­bi­li­siert wer­den.
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Pend­ler­pau­scha­le:

Die Pend­ler­pau­scha­le für Fahr­ten zwi­schen Woh­nung und Arbeits­stät­te ist künf­tig nicht mehr als Wer­bungs­kos­ten oder Betriebs­aus­ga­ben abzieh­bar. Viel­mehr gewährt der Fis­kus künf­tig nur noch ab dem 21. Kilo­me­ter eine Ent­fer­nungs­pau­scha­le von 30 Cent pro Kilo­me­ter als Son­der­aus­ga­be, die wie Wer­bungs­kos­ten behan­delt wird. Die neu­en Regeln gel­ten auch für Nut­zer des öffent­li­chen Nah­ver­kehrs. Bus- und Bahn­fah­rer erhal­ten ab 2007 nur noch die maxi­ma­le Ent­fer­nungs­pau­scha­le von 4.500 Euro.
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Häus­li­ches Arbeits­zim­mer:

Auf­wen­dun­gen für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer kön­nen nur noch dann als Betriebs­aus­ga­ben oder Wer­bungs­kos­ten beim Fis­kus gel­tend gemacht wer­den, wenn es im Mit­tel­punkt der gesam­ten betrieb­li­chen oder beruf­li­chen Tätig­keit steht. Dem­nach kön­nen Leh­rer kein Arbeits­zim­mer mehr abset­zen.
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Sonn- und Fei­er­tags­zu­schlä­ge:

Sonn- und Fei­er­tags­zu­schlä­ge blei­ben bis zu einem Grund­stun­den­lohn von 50 Euro steu­er­frei, aller­dings sind seit dem 1. Juli 2006 Sozi­al­ver­si­che­rungs­bei­trä­ge ent­rich­ten, wenn der Stun­den­lohn mehr als 25 Euro beträgt. Bei den sog. Mini­jobs wird eine Erhö­hung der pau­scha­len Sozi­al­ver­si­che­rungs­ab­ga­be von bis­her 25 auf 30 Pro­zent ein­ge­führt.
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Im Inter­net­an­ge­bot des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums fin­det sich sowohl eine Über­sicht über die Ände­run­gen wie auch detail­ier­te Infor­ma­tio­nen über die ein­zel­nen Geset­zes­än­de­run­gen.