Sub­stan­ti­iert­heit eines Beweis­an­trags – und der bis­he­ri­ge Vor­trag

Ein ord­nungs­ge­mäß gestell­ter Beweis­an­trag darf nur unbe­rück­sich­tigt blei­ben, wenn das Beweis­mit­tel für die zu tref­fen­de Ent­schei­dung uner­heb­lich, das Beweis­mit­tel uner­reich­bar bzw. unzu­läs­sig oder abso­lut untaug­lich ist oder wenn die in Fra­ge ste­hen­de Tat­sa­che zuguns­ten des Beweis­füh­ren­den als wahr unter­stellt wer­den kann 1.

Sub­stan­ti­iert­heit eines Beweis­an­trags – und der bis­he­ri­ge Vor­trag

Auch braucht das Finanz­ge­richt einem Aus­for­schungs- oder Beweis­er­mitt­lungs­be­weis nicht nach­kom­men. Ein sol­cher ist gege­ben, wenn erst die Beweis­erhe­bung zur Auf­de­ckung der ent­schei­dungs­er­heb­li­chen Tat­sa­chen füh­ren soll 2.

Für die Beur­tei­lung der Fra­ge, ob ein Beweis­an­trag aus­rei­chend kon­kre­ti­siert ist, darf nicht iso­liert aus­schließ­lich des­sen Wort­laut her­an­ge­zo­gen wer­den. Viel­mehr ist auch die pro­zes­sua­le Vor­ge­schich­te ‑ins­be­son­de­re der Inhalt ein­ge­reich­ter Schrift­sät­ze und die dar­in ent­hal­te­nen Tat­sa­chen­be­haup­tun­gen- ein­zu­be­zie­hen 3.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 13. Dezem­ber 2016 – X B 23/​16

  1. stän­di­ge höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung, vgl. BFH, Beschlüs­se vom 17.11.2009 – VI B 11/​09, BFH/​NV 2010, 650, unter II. 1.a; und vom 28.09.2011 – X B 69/​11, BFH/​NV 2012, 32, unter II. 2., bei­de m.w.N.[]
  2. vgl. BFH, Beschluss vom 29.01.2008 – V B 201/​06, BFH/​NV 2008, 827, unter II. 2.b[]
  3. BFH, Beschlüs­se vom 27.04.2010 – X B 163/​08, BFH/​NV 2010, 1639, Rz 13 f.; und vom 26.07.2016 – III B 148/​15, BFH/​NV 2016, 1486, Rz 12[]