Tat­säch­li­che Ver­stän­di­gung – nicht über Rechts­fra­gen

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat die Zuläs­sig­keit tat­säch­li­cher Ver­stän­di­gun­gen grund­sätz­lich aner­kannt 1.

Tat­säch­li­che Ver­stän­di­gung – nicht über Rechts­fra­gen

Zweck der tat­säch­li­chen Ver­stän­di­gung ist es, zu jedem Zeit­punkt des Besteue­rungs­ver­fah­rens hin­sicht­lich bestimm­ter Sach­ver­hal­te, deren Klä­rung schwie­rig, aber zur Fest­set­zung der Steu­er not­wen­dig ist, den mög­lichst zutref­fen­den Besteue­rungs­sach­ver­halt i.S. des § 88 AO ein­ver­nehm­lich fest­zu­le­gen.

Ver­glei­che über Steu­er­an­sprü­che sind dem­ge­gen­über wegen der Grund­sät­ze der Gesetz­mä­ßig­keit und Gleich­mä­ßig­keit der Besteue­rung nicht mög­lich 2.

Im hier vom Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­de­nen war die Fra­ge zu klä­ren, wer hin­sicht­lich der mit einem Nieß­brauch­recht belas­te­ten Teil­kom­man­dit­an­tei­le Mit­un­ter­neh­mer war. Die Ver­stän­di­gung über die­se Fra­ge betrifft kei­ne Tat­sa­chen, son­dern eine Rechts­fra­ge. Eine der­ar­ti­ge Ver­ein­ba­rung kann nach den Recht­spre­chungs­grund­sät­zen zur tat­säch­li­chen Ver­stän­di­gung kei­ne Bin­dungs­wir­kung erzeu­gen.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 3. Dezem­ber 2015 – IV R 43/​13

  1. z.B. BFH, Urtei­le vom 06.02.1991 – I R 13/​86, BFHE 164, 168, BSt­Bl II 1991, 673; und vom 31.07.1996 – XI R 78/​95, BFHE 181, 103, BSt­Bl II 1996, 625[]
  2. BFH, Urteil vom 28.06.2001 – IV R 40/​00, BFHE 196, 87, BSt­Bl II 2001, 714, unter 2.b der Grün­de[]