Teil-Ein­spruchs­ent­schei­dung – und ihre gericht­li­che Über­prü­fung

Gemäß § 367 Abs. 2a Satz 1 AO kann die Finanz­be­hör­de vor­ab über Tei­le des Ein­spruchs ent­schei­den, wenn dies sach­dien­lich ist. Nach § 367 Abs. 2a Satz 2 AO hat sie in die­ser Ent­schei­dung zu bestim­men, hin­sicht­lich wel­cher Tei­le Bestands­kraft nicht ein­tre­ten soll.

Teil-Ein­spruchs­ent­schei­dung – und ihre gericht­li­che Über­prü­fung

Die von der Finanz­be­hör­de aus­ge­klam­mer­ten Besteue­rungs­grund­la­gen sind im Fal­le der Kla­ge gegen eine Teil-Ein­spruchs­ent­schei­dung nicht Gegen­stand der gericht­li­chen Über­prü­fung; inso­weit bleibt der Ein­spruch anhän­gig 1.

Aus dem Zusam­men­spiel des § 367 Abs. 2a AO mit der ‑eben­falls durch das Jah­res­steu­er­ge­setz 2007 vom 13.12 2006 2 ein­ge­füg­ten- Rege­lung des § 367 Abs. 2b AO zur Zurück­wei­sung von Ein­sprü­chen durch All­ge­mein­ver­fü­gung ergibt sich, dass die Teil-Ein­spruchs­ent­schei­dung als Instru­ment zur Bewäl­ti­gung von Mas­sen­ein­sprü­chen im Hin­blick auf Mus­ter­ver­fah­ren geschaf­fen wur­de. Betref­fen die Ein­sprü­che (auch) Rechts­fra­gen, die Gegen­stand eines Ver­fah­rens beim Gerichts­hof der Euro­päi­schen Uni­on, beim Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt oder beim Bun­des­fi­nanz­hof sind, sol­len die Finanz­be­hör­den über die Sach- und Rechts­fra­gen vor­ab ent­schei­den kön­nen, die von den anhän­gi­gen höchst­rich­ter­li­chen Ver­fah­ren nicht betrof­fen sind 3. Vor die­sem Hin­ter­grund ermög­licht es § 367 Abs. 2a AO den Finanz­be­hör­den auch, die Ver­fas­sungs­mä­ßig­keit einer Norm von der Ent­schei­dung aus­zu­neh­men und im Übri­gen über den Ein­spruch zu ent­schei­den 4.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 21. Dezem­ber 2016 – I B 57/​16

  1. vgl. BFH, Urteil vom 02.07.2014 – I R 46/​12, BFHE 246, 339, BSt­Bl II 2014, 979[]
  2. BGBl I 2006, 2878, BSt­Bl I 2007, 28[]
  3. vgl. BT-Drs. 16/​3036, S. 16 f.[]
  4. eben­so FG Müns­ter, Urteil vom 04.11.2015 – 9 K 3478/​13 F, EFG 2016, 412[]