Ter­mins­ver­le­gung nur bei unver­schul­de­ter Man­dats­nie­der­le­gung

Nach § 155 FGO i.V.m. § 227 ZPO kann der Vor­sit­zen­de bzw. das Finanz­ge­richt aus erheb­li­chen Grün­den einen Ter­min auf­he­ben oder ver­le­gen bzw. eine münd­li­che Ver­hand­lung ver­ta­gen. Die erheb­li­chen Grün­de für die begehr­te Ter­mins­än­de­rung sind auf Ver­lan­gen glaub­haft zu machen (§ 227 Abs. 2 ZPO). Dies gilt auch für den Fall einer Man­dats­nie­der­le­gung.

Ter­mins­ver­le­gung nur bei unver­schul­de­ter Man­dats­nie­der­le­gung

Eine sol­che kann ein erheb­li­cher Grund für eine Ter­mins­auf­he­bung sein, sofern in einer Sache, die in tat­säch­li­cher oder recht­li­cher Hin­sicht nicht ein­fach ist, ein Wech­sel der Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten statt­fin­det, den der Klä­ger nicht ver­schul­det hat 1.

Ein am Vor­tag der münd­li­chen Ver­hand­lung gestell­ter Antrag auf Ter­mins­ver­le­gung auf­grund einer Man­dats­nie­der­le­gung muss mit einer nach­voll­zieh­ba­ren Begrün­dung ver­se­hen sein, die dem Finanz­ge­richt die Beur­tei­lung der Fra­ge ermög­licht, ob den Klä­ger ein Ver­schul­den an der Man­dats­nie­der­le­gung trifft 2.

Der pau­scha­le Hin­weis auf ein­ge­schränk­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mög­lich­kei­ten infol­ge einer Inhaf­tie­rung kann nicht als aus­rei­chen­der Vor­trag erach­tet wer­den.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 4. Juni 2014 – VII B 8/​14

  1. BFH, Beschluss vom 31.01.2012 – IV B 22/​11, BFH/​NV 2012, 766[]
  2. BFH, Beschluss vom 27.01.2004 – VII B 66/​03, BFH/​NV 2004, 796[]