Ter­mins­ver­le­gung wegen Erkran­kung des Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten

Bei einer Ver­hin­de­rung wegen Erkran­kung reicht im All­ge­mei­nen zur Glaub­haft­ma­chung die Vor­la­ge eines sub­stan­ti­ier­ten pri­vat­ärzt­li­chen Attes­tes aus, aus dem sich die Ver­hand­lungs­un­fä­hig­keit ein­deu­tig und nach­voll­zieh­bar ergibt1.

Ter­mins­ver­le­gung wegen Erkran­kung des Pro­zess­be­voll­mäch­tig­ten

Wird ein Antrag auf Ter­mins­ver­le­gung wegen des Vor­lie­gens einer Erkran­kung erst kurz vor dem Sit­zungs­tag gestellt, dann sind die Grün­de für die Ver­hin­de­rung so dar­zu­le­gen und zu unter­mau­ern, dass das Gericht die Fra­ge, ob die betrof­fe­ne Per­son ver­hand­lungs- und/​oder rei­se­fä­hig ist oder nicht, selbst beur­tei­len kann.

Ein für die­sen Zweck vor­ge­leg­tes pri­vat­ärzt­li­ches Attest muss des­halb die Ver­hand­lungs­un­fä­hig­keit ein­deu­tig und nach­voll­zieh­bar beschrei­ben2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 17. Juli 2014 – XI B 87/​13

  1. vgl. z.B. BFH, Beschluss vom 21.04.2008 – XI B 206−207÷07, BFH/​NV 2008, 1191, m.w.N. []
  2. stän­di­ge Recht­spre­chung des BFH, vgl. z.B. Beschlüs­se vom 05.07.2004 – VII B 7/​04, BFH/​NV 2005, 64; vom 12.12 2006 – I B 54/​06, juris; vom 25.10.2012 – X B 130/​12, BFH/​NV 2013, 228; vom 08.10.2013 – X B 105/​12, BFH/​NV 2014, 168 []
  3. EuGH, Urteil vom 13.03.2014 – C‑107/​13, Firin in EU:C:2014:151, UR 2014, 812 []