Til­gungs­be­stim­mung bei Voll­stre­ckung gegen einen Ehe­gat­ten

Die Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs zur Til­gungs­be­stim­mung bei Zah­lung eines Ehe­gat­ten auf die Gesamt­schuld der Ehe­part­ner ist bei einer Bei­trei­bung im Wege der Zwangs­voll­stre­ckung nicht anwend­bar 1.

Til­gungs­be­stim­mung bei Voll­stre­ckung gegen einen Ehe­gat­ten

Im ent­schie­de­nen Fall wur­den die Ehe­gat­ten für das Jahr 2001 zusam­men zur Ein­kom­men­steu­er ver­an­lagt. Die Steu­er­schuld war allein durch die Ein­künf­te des Ehe­manns ver­ur­sacht und wur­de durch Voll­stre­ckung in Kon­ten des Ehe­manns getilgt. Dies war mög­lich, weil die Ehe­frau nach Erlass der ent­spre­chen­den Pfän­dungs- und Ein­zie­hungs­ver­fü­gun­gen von ihren Spar­kon­ten ins­ge­samt 249.157, 74 EUR auf eines der Kon­ten des Ehe­manns über­wie­sen hat­te. Nach­dem die Ehe­frau die getrenn­te Ver­an­la­gung bean­tragt und das Finanz­amt einen Bescheid nach § 26a EStG erlas­sen hat­te, ver­lang­te sie die Erstat­tung der von ihr auf das Kon­to des Ehe­manns geleis­te­ten Zah­lun­gen. Das Fiannz­amt lehn­te dies ab, Ein­spruch und Kla­ge 2 hat­ten kei­nen Erfolg, eben­so­we­nig die Revi­si­on zum Bun­des­fi­nanz­hof:

Auf­grund der Voll­stre­ckungs­maß­nah­me ‑im Streit­fall dem Erlass der Pfän­dungs- und Ein­zie­hungs­ver­fü­gun­gen bezüg­lich der Kon­ten des Ehe­manns- fehlt bereits eine Zah­lung an das Finanz­amt, die mit einer Til­gungs­be­stim­mung hät­te ver­se­hen wer­den kön­nen. Die voll­streck­ten Beträ­ge sind viel­mehr aus­schließ­lich für Rech­nung des­je­ni­gen bewirkt, gegen des­sen Ver­mö­gen sich die Voll­stre­ckung rich­tet. Dies war im Streit­fall der Ehe­mann der Klä­ge­rin.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 10. März 2015 – VII R 26/​13

  1. BFH, Beschluss vom 18.04.2013 – VII B 66/​12, BFH/​NV 2013, 1217; vgl. auch BMF, Schrei­ben vom 14.01.2015 – IV A 3 – S 0160/​11/​10001, Tz.02.04.03.[]
  2. FG Köln, Urteil vom 11.04.2013 – 11 K 2623/​09[]