Über­tra­gung auf den Ein­zel­rich­ter – ohne Anhö­rung

Es stellt kei­nen Ver­fah­rens­feh­ler dar, wenn das Finanz­ge­richt den Rechts­streit auf den Ein­zel­rich­ter über­tra­gen hat, ohne die Klä­ge­rin vor­her anzu­hö­ren.

Über­tra­gung auf den Ein­zel­rich­ter – ohne Anhö­rung

Eine sol­che vor­he­ri­ge Anhö­rung ist in § 6 Abs. 1 FGO ‑anders als im Fall der Rück­über­tra­gung nach § 6 Abs. 3 FGO- nicht vor­ge­se­hen, was den Schluss zulässt, dass der Gesetz­ge­ber bei der Über­tra­gung von einer Anhö­rung abse­hen woll­te 1.

Im Übri­gen könn­te jeden­falls das anschlie­ßen­de Schrei­ben an das Finanz­ge­richt, in dem die Klä­ge­rin die nun­mehr mit der Beschwer­de vor­ge­brach­ten Ein­wän­de nicht gel­tend gemacht hat, als rüge­lo­se Ein­las­sung gedeu­tet wer­den, die der Gel­tend­ma­chung des Ver­fah­rens­man­gels ent­ge­gen­stün­de 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 6. Juni 2016 – III B 92/​15

  1. stän­di­ge BFH-Recht­spre­chung, z.B. Urteil vom 16.09.1999 – XI R 83/​97, BFH/​NV 2000, 332; Beschluss vom 22.01.2009 – VIII B 78/​08, BFH/​NV 2009, 779[]
  2. BFH, Beschluss vom 21.10.2011 – VII B 69/​11, BFH/​NV 2012, 248[]
  3. vgl. BVerfGE 67, 43, 58; 96, 27, 39[]