Umsatz­steu­er­be­scheid gegen eine GbR – und der Ein­spruch der Gesell­schaf­ter

Rich­tet sich ein Umsatz­steu­er­be­scheid gegen eine Gemein­schaft als Steu­er­schuld­ne­rin, so ist grund­sätz­lich nur die­se ‑und nicht ein ein­zel­ner oder meh­re­re Gemein­schaf­ter- kla­ge­be­fugt.

Umsatz­steu­er­be­scheid gegen eine GbR – und der Ein­spruch der Gesell­schaf­ter

Die­sem Grund­satz ent­spre­chend muss eine Kla­ge im Namen der Gemein­schaft, und zwar gemäß § 744 Abs. 1 BGB durch alle Gemein­schaf­ter, erho­ben wer­den 1.

Wur­de die Kla­ge ledig­lich von ein­zel­nen Gesell­schaf­tern oder Gemein­schaf­tern und zudem im eige­nen Namen erho­ben, ist sie als unzu­läs­sig abzu­wei­sen.

Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­hofs sind die Gesell­schaf­ter einer GbR durch einen Umsatz­steu­er­be­scheid, der sich gegen die (bestehen­de oder ver­meint­li­che) Gesell­schaft rich­tet, nicht beschwert, weil eine Voll­stre­ckung aus die­sem Bescheid nur in das Gesell­schafts­ver­mö­gen erfol­gen kann. Daher fehlt den (wirk­li­chen oder ver­meint­li­chen) Gesell­schaf­tern für eine per­sön­lich gegen den Gesell­schafts­be­scheid gerich­te­te Kla­ge die Kla­ge­be­fug­nis 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 23. August 2016 – V B 32/​16

  1. vgl. BFH, Beschluss vom 01.09.2010 – XI S 6/​10, BFH/​NV 2010, 2140[]
  2. BFH, Beschluss vom 05.03.2010 – V B 56/​09, BFH/​NV 2010, 1111, m.w.N.[]