Urteils­be­rich­ti­gung – durch das Rechts­mit­tel­ge­richt

Nach § 107 Abs. 1 FGO sind Schreib­feh­ler, Rechen­feh­ler und ähn­li­che offen­ba­re Unrich­tig­kei­ten vom Gericht zu berich­ti­gen. Die Berich­ti­gung ist nicht antrags- oder frist­ge­bun­den, kann also auch von Amts wegen durch­ge­führt wer­den.

Urteils­be­rich­ti­gung – durch das Rechts­mit­tel­ge­richt

Ist gegen das Urteil des betrof­fe­nen Gerichts, wie im Streit­fall, Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ein­ge­legt, so ist der Bun­des­fi­nanz­hof neben dem Finanz­ge­richt für die Berich­ti­gung zustän­dig 1.

Zwin­gend erfor­der­lich ist eine Berich­ti­gung durch das Rechts­mit­tel­ge­richt jedoch nur im Fall einer das Finanz­ge­richt bestä­ti­gen­den Ent­schei­dung 2. Wird das Finanz­ge­richt, Urteil auf­ge­ho­ben und die Sache zur ander­wei­ti­gen Ver­hand­lung und Ent­schei­dung zurück­ver­wie­sen, hin­dert dies den Bun­des­fi­nanz­hof gleich­wohl nicht dar­an, die Berich­ti­gung aus Grün­den der Zweck­mä­ßig­keit und der Ver­fah­rens­öko­no­mie unmit­tel­bar selbst vor­zu­neh­men.

Bun­des­fi­nanz­hof, Beschluss vom 4. August 2016 – X B 145/​15

  1. s. aktu­ell BFH, Beschluss vom 22.03.2016 – VIII B 130/​14, – VIII B 17/​15, BFH/​NV 2016, 1052, unter 2.a aa, m.w.N.[]
  2. BFH, Urteil vom 20.05.2010 – VI R 12/​08, BFHE 230, 136, BSt­Bl II 2010, 1069, unter II. 5.; Lan­ge in Hübschmann/​Hepp/​Spitaler, § 107 FGO Rz 19[]