Urteils­te­nor – und sei­ne Aus­le­gung

Die Urteils­for­mel – und damit auch der Urteils­te­nor (§ 105 Abs. 2 Nr. 3 FGO) – ist der Aus­le­gung zugäng­lich.

Urteils­te­nor – und sei­ne Aus­le­gung

Hier­zu ist erfor­der­li­chen­falls auf die übri­gen Urteils­in­hal­te (Tat­be­stand, Ent­schei­dungs­grün­de, Antrag des Klä­gers) zurück­zu­grei­fen 1.

Zur Fra­ge, an wen der Steu­er­be­scheid zu rich­ten ist, braucht der Urteils­te­nor kei­nen Aus­spruch zu ent­hal­ten.

Soweit der Kla­ge statt­ge­ge­ben wird, rich­tet sich der Urteils­te­nor nach dem jewei­li­gen Kla­ge­an­trag 2.

Im Übri­gen sieht § 122 Abs. 1 Satz 1 AO vor, dass ein Ver­wal­tungs­akt dem­je­ni­gen bekannt zu geben ist, für den er bestimmt ist oder der von ihm betrof­fen ist. Danach ist der Insol­venz­ver­wal­ter Bekannt­ga­be­adres­sat, soweit die Insol­venz­mas­se betrof­fen ist 3. Dies gilt ins­be­son­de­re für zur Insol­venz­mas­se gehö­ren­de Steu­er­erstat­tungs­an­sprü­che 4.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 15. März 2017 – III R 12/​16

  1. BFH, Urteil in BFH/​NV 2015, 206[]
  2. Lan­ge in HHSp, § 105 FGO Rz 25[]
  3. Tz. 4.3.2 zu § 251 des Anwen­dungs­er­las­ses zur Abga­ben­ord­nung, BSt­Bl I 2014, 290[]
  4. Loo­se in Tipke/​Kruse, Abga­ben­ord­nung, Finanz­ge­richts­ord­nung, § 251 AO Rz 40[]