Ärzt­lich ver­ord­ne­tes Funk­ti­ons­trai­ning

Nach einem aktu­el­len Urteil des des Bun­des­fi­nanz­hofs ent­schie­den, dass ärzt­lich ver­ord­ne­tes Funk­ti­ons­trai­ning als Heil­be­hand­lung nach § 4 Nr. 14 des Umsatz­steu­er­ge­set­zes umsatz­steu­er­frei sein kann.

Ärzt­lich ver­ord­ne­tes Funk­ti­ons­trai­ning

Das Urteil ist zu den Streit­jah­ren 1993 – 1998 ergan­gen und beruht auf der damals gel­ten­den Fas­sung des § 43 des Fünf­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch (SGB V) und auf einer u.a zwi­schen den Trä­gern der gesetz­li­chen Kran­ken- und Ren­ten­ver­si­che­rung abge­schlos­se­nen Gesamt­ver­ein­ba­rung, ist aber gleich­falls für die heu­te nach § 44 Abs. 1 Nr. 4 des Neun­ten Buches Sozi­al­ge­setz­buch bestehen­de Rechts­la­ge von Bedeu­tung. Für die Umsatz­steu­er­frei­heit des Funk­ti­ons­trai­nings kommt es ins­be­son­de­re auf die Kos­ten­tra­gung durch die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen an.

Nicht umsatz­steu­er­frei sind dem­ge­gen­über Leis­tun­gen, die Kran­ken­kas­sen nur zur Ver­bes­se­rung des all­ge­mei­nen Gesund­heits­zu­stan­des nach § 20 SGB V über­neh­men.

Funk­ti­ons­trai­ning, das von den Kran­ken­kas­sen nach § 43 SGB V in Ver­bin­dung mit der "Gesamt­ver­ein­ba­rung über den Reha­bi­li­ta­ti­ons­sport und das Funk­ti­ons­trai­ning" ver­gü­tet wird, kann nach § 4 Nr. 14 Satz 1 UStG steu­er­frei sein.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 30. April 2009 – V R 6/​07