Ambu­lan­te Pfle­ge­diens­te und die Umsatz­steu­er

Bereits 2004 hat­te der Bun­des­fi­nanz­hof ent­schie­den, dass ein ambu­lan­ter Pfle­ge­dienst, der Grund­pfle­ge und haus­wirt­schaft­li­che Ver­sor­gung gegen­über pfle­ge­be­dürf­ti­gen Per­so­nen erbringt, mit sei­nen Ein­nah­men von der Umsatz­steu­er befreit ist, wenn er als Ein­rich­tung mit sozia­lem Cha­rak­ter anzu­er­ken­nen ist. Dar­an schließt nun ein wei­te­res, aktu­el­les Urteil des BFH an und erwei­tert die Steu­er­be­frei­ung auf die Umsät­ze, die ein sol­cher Pfle­ge­dienst als sog. Haus­halts­hil­fe (§ 38 SGB V) durch die Ver­sor­gung und Betreu­ung von Kin­dern erzielt, weil der den Haus­halt füh­ren­de Eltern­teil hier­zu krank­heits­be­dingt nicht in der Lage ist.

Ambu­lan­te Pfle­ge­diens­te und die Umsatz­steu­er

Damit ist der BFH nicht der Auf­fas­sung des Finanz­amts gefolgt, wonach nur sol­che Leis­tun­gen von der Umsatz­steu­er befreit sei­en, die der ambu­lan­te Pfle­ge­dienst unmit­tel­bar gegen­über dem erkrank­ten Eltern­teil erbringt. Er hat das damit begrün­det, dass die Ver­sor­gung und die Betreu­ung klei­ner oder selbst hilfs­be­dürf­ti­ger Kin­der eng mit der Pfle­ge und der haus­wirt­schaft­li­chen Ver­sor­gung des erkrank­ten und pfle­ge­be­dürf­ti­gen Eltern­teils ver­bun­den ist und nach dem Urteil des EuGH (in der Rs. Kin­de­r­opvang Ensche­de) die Ein­nah­men aus der Kin­der­be­treu­ung nach Gemein­schafts­recht von der Umsatz­steu­er zu befrei­en sind, unab­hän­gig davon, aus wel­chen Grün­den die Eltern dazu nicht in der Lage sind.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 30. Juli 2008 – XI R 61/​07
Gerichts­hof der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten, Urteil vom 9. Febru­ar 2006 – C‑415/​04 Slg. 2006.I‑1385