Anla­ge­ver­mö­gen und Dif­fe­renz­be­steue­rung

Nach Ansicht des Finanz­ge­richts Müns­ter ist die umsatz­steu­er­li­che Dif­fe­renz­be­steue­rung gemäß § 25a UStG auch dann anwend­bar, wenn der Unter­neh­mer gele­gent­lich zum Anla­ge­ver­mö­gen gehö­ren­de, gebrauch­te Gegen­stän­de ver­äu­ßert.

Anla­ge­ver­mö­gen und Dif­fe­renz­be­steue­rung

In dem vom Finanz­ge­richt Müns­ter ent­schie­de­nen Streit­fall betrieb der Klä­ger eine Lot­to- und Toto-Annah­me­stel­le, einen Kiosk und eine Rei­se­agen­tur. Sei­nen zum Unter­neh­mens­ver­mö­gen zuge­ord­ne­ten Pkw ver­äu­ßer­te er und wand­te hier­für die Dif­fe­renz­be­steue­rung an (§ 25a UStG). Da der Ver­kaufs- unter dem Ein­kaufs­preis lag, fiel inso­weit kei­ne Umsatz­steu­er an. Das Finanz­amt behan­del­te den Ver­kauf dage­gen als umsatz­steu­er­pflich­ti­ge Lie­fe­rung. Der per­sön­li­che Anwen­dungs­be­reich des § 25a UStG sei nicht eröff­net. Der Klä­ger sei kein „Wie­der­ver­käu­fer”. Er han­de­le nicht gewerbs­mä­ßig und regel­mä­ßig mit Fahr­zeu­gen.

Das Finanz­ge­richt Müns­ter teil­te die­se Auf­fas­sung des Finanz­amts nicht: Der Klä­ger han­de­le – wie von § 25a Abs. 1 Nr. 1 Satz 2 UStG vor­aus­ge­setzt – gewerbs­mä­ßig mit beweg­li­chen kör­per­li­chen Gegen­stän­den und sei dem­nach Wie­der­ver­käu­fer. Zwar müs­se der Anwen­dungs­be­reich der Vor­schrift bei EU-richt­li­ni­en­kon­for­mer Aus­le­gung auf den Wie­der­ver­kauf von Gebraucht­ge­gen­stän­den beschränkt wer­den. Aller­dings sei es nicht not­wen­dig, dass der Han­del mit Gebraucht­ge­gen­stän­den gera­de die typi­sche Kern­tä­tig­keit des Unter­neh­mers dar­stel­le. Es genü­ge, wenn der Unter­neh­mer – wie im Streit­fall – im Rah­men sei­nes Geschäfts­be­triebs an sich gewerbs­mä­ßig mit beweg­li­chen Gegen­stän­de han­de­le.

Finanz­ge­richt Müns­ter, Urteil vom 18. Mai 2010 – 15 K 4411/​06 U