Arbeits­zim­mer und Ehe­gat­ten­ei­gen­tum

Wie­der ein­mal muss­te sich der Bun­des­fi­nanz­hof mit einem Arbeits­zim­mer beschäf­ti­gen, dass ein unter­neh­me­risch Ehe­gat­te in dem im Eigen­tum bei­der Ehe­gat­ten ste­hen­den Wohn­haus errich­tet. Dies­mal ging es um die Fra­ge des Vor­steu­er­ab­zugs bei der Errich­tung des Arbeits­zim­mers, bei der der BFH dem unter­neh­me­risch täti­gen Ehe­gat­ten ent­ge­gen kommt:

Arbeits­zim­mer und Ehe­gat­ten­ei­gen­tum

Ehe­gat­ten, die auf einem in ihrem Mit­ei­gen­tum ste­hen­den Grund­stück ein Wohn­ge­bäu­de errich­ten, sind als Emp­fän­ger der Bau­leis­tun­gen anzu­se­hen, wenn die Ehe­gat­ten­ge­mein­schaft ohne eige­ne Rechts­per­sön­lich­keit han­delt und als sol­che kei­ne unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit aus­übt. Ist bei einer sol­chen Ehe­gat­ten­ge­mein­schaft nur ein Ehe­gat­te unter­neh­me­risch tätig und ver­wen­det die­ser einen Teil des Gebäu­des aus­schließ­lich für sei­ne unter­neh­me­ri­schen Zwe­cke (z.B. als Arbeits­zim­mer), so steht ihm das Vor­steu­er­ab­zugs­recht aus den bezo­ge­nen Bau­leis­tun­gen antei­lig zu, soweit der sei­nem Unter­neh­men zuge­ord­ne­te Anteil am Gebäu­de sei­nen Mit­ei­gen­tums­an­teil nicht über­steigt.

Nach den Vor­schrif­ten der § 15 Abs. 1 und § 14 UStG 1991/​1993 reicht für die Aus­übung des Rechts auf Vor­steu­er­ab­zug des unter­neh­me­risch täti­gen Ehe­gat­ten eine an bei­de Ehe­gat­ten aus­ge­stell­te Rech­nung aus, auch wenn sie kei­ne Anga­ben zu den Antei­len der Ehe­gat­ten und kei­ne ent­spre­chen­den Teil­be­trä­ge aus­weist, wenn nach den Umstän­den des Fal­les kei­ne Gefahr besteht, dass es zu Steu­er­hin­ter­zie­hung oder Miss­brauch kommt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 6. Okto­ber 2005 – V R 40/​01