Auf­tei­lung einer rechts­irr­tüm­lich ohne Umsatz­steu­er ver­ein­bar­ten Gegen­leis­tung

Ver­ein­ba­ren Ver­trags­par­tei­en rechts­irr­tüm­lich die Gegen­leis­tung ohne Umsatz­steu­er, ist der ver­ein­bar­te Betrag in Ent­gelt und dar­auf ent­fal­len­de Umsatz­steu­er auf­zu­tei­len.

Auf­tei­lung einer rechts­irr­tüm­lich ohne Umsatz­steu­er ver­ein­bar­ten Gegen­leis­tung

Gemäß § 10 Abs. 1 Satz 1 UStG wird der Umsatz bei Lie­fe­run­gen und sons­ti­gen Leis­tun­gen (§ 1 Abs. 1 Nr. 1 Satz 1 UStG) nach dem Ent­gelt bemes­sen. Ent­gelt ist alles, was der Leis­tungs­emp­fän­ger auf­wen­det, um die Leis­tung zu erhal­ten, jedoch abzüg­lich der Umsatz­steu­er (§ 10 Abs. 1 Satz 2 UStG). Das gilt auch, wenn die Betei­lig­ten rechts­irr­tüm­lich die Gegen­leis­tung ohne Umsatz­steu­er ver­ein­ba­ren. Der ver­ein­bar­te Betrag ist danach in Ent­gelt und dar­auf ent­fal­len­de Umsatz­steu­er auf­zu­tei­len 1.

Danach beträgt die Bemes­sungs­grund­la­ge für die betreffende(n) Lie­fe­rung(en) nicht das voll­stän­di­ge, ver­ein­bar­te Ent­gelt, son­dern abzüg­lich der in die­sem Brut­to­be­trag ent­hal­te­nen Umsatz­steu­er.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 22. April 2015 – XI R 43/​11

  1. vgl. BFH, Urteil vom 20.01.1997 – V R 28/​95, BFHE 183, 353, BSt­Bl II 1997, 716, unter II. 2.d[]
  2. BGH, Urteil vom 26.06.1991 – VIII ZR 198/​90, BGHZ 115, 47, 50[]
  3. EuGH, Urteils vom 16.01.2014 – C‑300/​12 [Ibe­ro Tours], DStR 2014, 139[]