Aus­zü­ge aus dem Lie­gen­schafts­ka­tas­ter

In meh­re­ren Bun­des­län­dern erfolgt die ent­gelt­li­che Ertei­lung von Aus­zü­gen aus dem Lie­gen­schafts­ka­tas­ter nicht mehr nur durch die Ver­mes­sungs- und Katas­ter­be­hör­den, son­dern ent­spre­chend den recht­li­chen und tech­ni­schen Gege­ben­hei­ten auch durch Gemein­den und öffent­lich bestell­te Ver­mes­sungs­in­ge­nieu­re. Die ent­gelt­li­che Ertei­lung von Aus­zü­gen aus dem Lie­gen­schafts­ka­tas­ter durch Ver­mes­sungs- und Katas­ter­be­hör­den gilt nach Ansicht der Finanz­ver­wal­tung gemäß § 2 Abs 3 Satz 2 Nr. 4 UStG als unter­neh­me­ri­sche Tätig­keit, soweit in dem betref­fen­den Bun­des­land nach den jewei­li­gen lan­des­recht­li­chen Gege­ben­hei­ten eine ent­gelt­li­che Ertei­lung von Aus­zü­gen aus dem Lie­gen­schafts­ka­tas­ter auch durch öffent­lich bestell­te Ver­mes­sungs­in­ge­nieu­re recht­lich und tech­nisch mög­lich ist. Dies gilt jedoch nicht, soweit öffent­lich bestell­te Ver­mes­sungs­in­ge­nieu­re nach den jewei­li­gen lan­des­recht­li­chen Bestim­mun­gen ledig­lich als Erfül­lungs­ge­hil­fen der Ver­mes­sungs- und Katas­ter­be­hör­den tätig wer­den.

Aus­zü­ge aus dem Lie­gen­schafts­ka­tas­ter

Soweit Gemein­den ent­gelt­lich Aus­zü­ge aus dem Lie­gen­schafts­ka­tas­ter ertei­len, gel­ten sie als Ver­mes­sungs- und Katas­ter­be­hör­den i.S.v. § 2 Abs. 3 Satz 2 Nr. 4 UStG, so dass ent­spre­chen­de Leis­tun­gen der Gemein­den unter den in Zif­fer 1 genann­ten Vor­aus­set­zun­gen unter­neh­me­risch erfol­gen.

Beruft sich eine Ver­mes­sungs- und Katas­ter­be­hör­de auf die anders­lau­ten­den bis­he­ri­gen Rege­lun­gen in Abschnitt 23 Abs. 7 Sät­ze 3 und 4 UStR oder beruft sich eine Gemein­de dar­auf, dass die ent­gelt­li­che Ertei­lung von Aus­zü­gen aus dem Lie­gen­schafts­ka­tas­ter bis­her als nicht steu­er­bar behan­delt wur­de, wird es von der Finanz­ver­wal­tung nicht bean­stan­det, wenn vor dem 1. Janu­ar 2009 aus­ge­führ­te Umsät­ze als nicht steu­er­bar behan­delt wer­den.

Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen, Schrei­ben vom 28. Janu­ar 2007 – IV A 5 – S 7106/​07/​0009 DOK 2008/​0035190