Bal­lett­schu­len

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat sich in einem aktu­el­len Urteil mit der Fra­ge befasst, unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen der Betrei­ber einer Bal­lett­schu­le die Umsatz­steu­er­be­frei­ung für sei­ne Leis­tun­gen bean­spru­chen kann.

Bal­lett­schu­len

Der BFH ließ bei sei­ner Ent­schei­dung offen, inwie­weit die deut­sche Befrei­ungs­vor­schrift in § 4 Nr. 21 Buchst b des Umsatz­steu­er­ge­set­zes 1993 – die die ent­spre­chen­de Befrei­ungs­vor­schrift des Gemein­schafts­rechts (der Richt­li­nie 77/​388/​EWG) nicht umfas­send umsetzt – einer richt­li­ni­en­kon­for­men Aus­le­gung zugäng­lich sei. Jeden­falls kön­ne sich der Steu­er­pflich­ti­ge grund­sätz­lich unmit­tel­bar auf Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. i der Richt­li­nie 77/​388/​EWG beru­fen. Danach ist von der Umsatz­steu­er u.a. der “Schul- und Hoch­schul­un­ter­richt” befreit.

Unter Hin­weis auf die Recht­spre­chung des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten (Urtei­le vom 14. Juni 2007 Rs. C‑434/​05 Hori­zon Col­le­ge und Rs. C‑445/​05 Hade­rer) wies der BFH dar­auf hin, dass sich der Begriff “Schul- und Hoch­schul­un­ter­richt” nicht auf Unter­richt beschrän­ke, der zu einer Abschluss­prü­fung zur Erlan­gung einer Qua­li­fi­ka­ti­on füh­re oder eine Aus­bil­dung im Hin­blick auf die Aus­übung einer Berufs­tä­tig­keit ver­mit­te­le. Ent­schei­dend sei, ob ver­gleich­ba­re Leis­tun­gen in Schu­len erbracht wer­den und ob die Leis­tun­gen der blo­ßen Frei­zeit­ge­stal­tung die­nen. Letz­te­res steht einer Umsatz­steu­er­be­frei­ung ent­ge­gen.

Im Streit­fall hob der BFH das Urteil des Finanz­ge­richts (FG) auf und ver­wies die Sache zur Klä­rung die­ser Fra­gen an das FG zurück.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 24. Janu­ar 2008 – V R 3/​05