Bemes­sungs­grund­la­ge für die Ein­fuhr­um­satz­steu­er beim Ziga­ret­ten­schmug­gel

Wur­den in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sicher­ge­stell­te in das Zoll­ge­biet der Uni­on geschmug­gel­te Ziga­ret­ten über einen nicht bekann­ten ande­ren Mit­glied­staat in das deut­sche Steuerge­biet ver­bracht, hat die deut­sche Zoll­ver­wal­tung neben dem auf die Tabak­wa­ren ent­fal­len­den Zoll und der Tabak­steu­er auch die Ein­fuhr­um­satz­steu­er fest­zu­set­zen. In die­sem Fall ist die deut­sche Ein­fuhr­um­satz­steu­er erst nach dem unzu­läs­si­gen Ver­brin­gen der Tabak­wa­ren in das deut­sche Steuerge­biet ent­stan­den mit der Fol­ge, dass die ent­stan­de­ne Tabak­steu­er der Bemes­sungs­grund­la­ge für die Ein­fuhr­um­satz­steu­er hin­zu­zu­rech­nen ist.

Bemes­sungs­grund­la­ge für die Ein­fuhr­um­satz­steu­er beim Ziga­ret­ten­schmug­gel

Nach § 11 Abs. 3 Nr. 2 UStG sind die auf­grund der Ein­fuhr im Zeit­punkt des Ent­ste­hens der Ein­fuhr­um­satz­steu­er auf den Gegen­stand ent­fal­len­den Beträ­ge an (u.a.) Ver­brauch­steu­ern der Bemes­sungs­grund­la­ge für die Ein­fuhr­um­satz­steu­er hin­zu­zu­rech­nen. Da es sich hier­bei um eine Vor­schrift zur Bestim­mung der Bemes­sungs­grund­la­ge für die deut­sche Ein­fuhr­um­satz­steu­er han­delt, ist inso­weit auch allein der Zeit­punkt des Ent­ste­hens der deut­schen Ein­fuhr­um­satz­steu­er maß­geb­lich. Daher kommt nicht der davor lie­gen­de Zeit­punkt der Ein­fuhr der Ziga­ret­ten in einen ande­ren Mit­glied­staat (wel­cher dies im Streit­fall war, hat sich nicht fest­stel­len las­sen) in Betracht (a.A. zu einem ent­spre­chen­den Fall: FG Mün­chen, Urteil vom 28. Mai 2009 14 K 335/​07, nicht ver­öf­fent­licht). Trotz des vor­schrifts­wid­ri­gen Ver­brin­gens der Ziga­ret­ten über einen ande­ren Mit­glied­staat ist die Ein­fuhr­um­satz­steu­er im Streit­fall nach Art. 215 Abs. 1 Anstrich 2 ZK i.V.m. § 21 Abs. 2 UStG in Deutsch­land ent­stan­den. Der Zeit­punkt des Ent­ste­hens der deut­schen Ein­fuhr­um­satz­steu­er i.S. des § 11 Abs. 3 Nr. 2 UStG ist somit der Zeit­punkt, in dem die Vor­aus­set­zun­gen des Art. 215 Abs. 1 Anstrich 2 ZK erfüllt waren, d.h. der Zeit­punkt, in dem die unver­steu­er­ten Ziga­ret­ten in Deutsch­land sicher­ge­stellt wur­den. Zu die­sem Zeit­punkt waren die Ziga­ret­ten bereits in das deut­sche Steuerge­biet ein­ge­führt und damit die Tabak­steu­er gemäß § 19 Satz 1 TabStG ent­stan­den.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 22. Mai 2012 – VII R 51/​11