Der Bun­des­li­ga­ver­ein – und der Vor­steu­er­ab­zug aus Spie­ler­ver­mitt­ler-Rech­nun­gen

Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf hat der Kla­ge eines Bun­des­li­ga­ver­eins auf Berück­sich­ti­gung von Vor­steu­er­be­trä­gen aus Rech­nun­gen von Spie­ler­ver­mitt­lern weit­ge­hend statt­ge­ge­ben.

Der Bun­des­li­ga­ver­ein – und der Vor­steu­er­ab­zug aus Spie­ler­ver­mitt­ler-Rech­nun­gen

Das beklag­te Finanz­amt hat­te den Vor­steu­er­ab­zug unter Hin­weis auf den feh­len­den Leis­tungs­aus­tausch zwi­schen Spie­ler­ver­mitt­ler und Ver­ein ver­sagt. Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf hat­te der dage­gen gerich­te­ten Kla­ge des Ver­eins im ers­ten Rechts­gang statt­ge­ge­ben [1] und dabei die Auf­fas­sung ver­tre­ten, dass die Spie­ler­ver­mitt­ler durch die Bera­tung und Ver­mitt­lung bei Trans­fers bzw. Ver­trags­ver­län­ge­run­gen Ver­mitt­lungs­leis­tun­gen gegen­über dem Ver­ein erbracht haben.

Im Revi­si­ons­ver­fah­ren hat­te der Bun­des­fi­nanz­hof jedoch ent­schie­den [2] ent­schie­den, dass ein Pro­fi­fuß­ball­ver­ein die Vor­steu­er aus Rech­nun­gen von Spie­ler­ver­mitt­lern nur abzie­hen kann, wenn der Ver­ein – und nicht aus­schließ­lich der betref­fen­de Spie­ler – Emp­fän­ger der Leis­tun­gen ist. Er hat­te im Streit­fall gewich­ti­ge Anhalts­punk­te dafür gese­hen, dass die Spie­ler­ver­mitt­ler – zumin­dest auch – Leis­tun­gen an die jewei­li­gen Spie­ler erbracht haben, und den Rechts­streit daher an das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf zurück­ver­wie­sen.

Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf hat der Kla­ge nun­mehr im zwei­ten Rechts­gang erneut über­wie­gend statt­ge­ge­ben: Der Ver­ein sei aus den Rech­nun­gen der Mehr­zahl der Spie­ler­ver­mitt­ler in vol­ler Höhe zum Vor­steu­er­ab­zug berech­tigt. Denn es habe ein unmit­tel­ba­rer Leis­tungs­aus­tausch zwi­schen dem Ver­ein und den Spie­ler­ver­mitt­lern bestan­den. Zu die­sem Ergeb­nis gelan­ge das Gericht sowohl bei iso­lier­ter Betrach­tung des Zusam­men­wir­kens von Ver­ein und Spie­ler­ver­mitt­ler als auch unter Berück­sich­ti­gung der ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen und der Begleit­um­stän­de bei Ver­eins­wech­seln oder Ver­trags­ver­län­ge­run­gen, wie sie sich nach dem Ergeb­nis der Beweis­auf­nah­me dar­stell­ten. Aus den Zeu­gen­aus­sa­gen der Spie­ler, Spie­ler­ver­mitt­ler und Ver­eins­ver­tre­ter fol­ge, dass es auf­grund der Gepflo­gen­hei­ten im Pro­fi­fuß­ball prak­tisch nicht mög­lich gewe­sen sei, einen Spie­ler „an sei­nem Spie­ler­be­ra­ter vor­bei“ für den Ver­ein zu gewin­nen. Hin­ge­gen habe zwi­schen den Spie­lern und den Spie­ler­ver­mitt­lern kein umsatz­steu­er­lich rele­van­ter Leis­tungs­aus­tausch statt­ge­fun­den.

Im Hin­blick auf die Rech­nun­gen eines ein­zel­nen Spie­ler­ver­mitt­lers hat das Finanz­ge­richt den Vor­steu­er­ab­zug nur zur Hälf­te zuge­las­sen. Das vom Ver­ein gezahl­te Ent­gelt stel­le in den zu beur­tei­len­den Ein­zel­fäl­len näm­lich zugleich Ent­gelt von drit­ter Sei­te für Leis­tun­gen gegen­über den Spie­lern dar. Anders als in den übri­gen abge­han­del­ten Fäl­len sei­en die betrof­fe­nen Spie­ler auf­grund der abge­schlos­se­nen (schrift­li­chen) Manage­ment­ver­trä­ge ver­pflich­tet gewe­sen, ein „übli­ches“ Ent­gelt an den Spie­ler­ver­mitt­ler zu ent­rich­ten.

Schließ­lich hat das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf den Vor­steu­er­ab­zug aus Rech­nun­gen von zwei wei­te­ren Spie­ler­ver­mitt­lern, einem Han­dels­ver­tre­ter und zugleich Vater eines Spie­lers sowie einem Rechts­an­walt, kom­plett ver­sagt. Der kla­gen­de Ver­ein habe inso­fern nicht zur Über­zeu­gung des Senats dar­le­gen kön­nen, dass er mak­ler­ähn­li­che Dienst­leis­tun­gen nach­ge­fragt oder erhal­ten habe.

Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf, Urteil vom 27. April 2015 – 1 K 3636/​13 U

  1. FG Düs­sel­dorf, Urteil vom 29.10.2011 – 1 K 4206/​08 U[]
  2. BFH, Urteil vom 28.08.2013 – XI R 4/​11[]