Die Heil­päd­ago­gin – als freie Mit­ar­bei­te­rin

Die Beschrän­kung der Umsatz­steu­er­frei­heit für Ein­glie­de­rungs­leis­tun­gen gemäß § 4 Nr. 16 Buchst. h UStG auf die Leis­tun­gen von Unter­neh­mern, mit denen eine Ver­ein­ba­rung nach § 75 SGB XII besteht, ist uni­ons­rechts­kon­form und eine über den Anwen­dungs­be­reich die­ser Vor­schrift hin­aus­ge­hen­de Steu­er­frei­heit unter Beru­fung auf Art. 132 Abs. 1 Buchst. g MwSt­Sys­tRL uni­ons­recht­lich nicht gebo­ten 1.

Die Heil­päd­ago­gin – als freie Mit­ar­bei­te­rin

Wur­de eine Ver­ein­ba­rung nach § 75 SGB XII mit der Heil­päd­ago­gin danach nicht abge­schlos­sen, erlaubt dies aber noch kei­ne abschlie­ßen­de Ent­schei­dung dar­über, ob die Heil­päd­ago­gin im Streit­jahr als Unter­neh­me­rin steu­er­ba­re Umsät­ze aus­ge­führt hat. Viel­mehr ist auch in einem sol­chen Fall zu beur­tei­len, ob und inwie­weit die sozi­al- und arbeits­recht­li­che Ein­ord­nung als unselb­stän­dig gegen die Unter­neh­mer­ei­gen­schaft der Heil­päd­ago­gin bereits im Streit­jahr spricht 2.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 21. Juni 2017 – V R 29/​16

  1. BFH, Urteil vom 9. März 2017 – V R 39/​16, BFHE 257, 456, BFH/​NV 2017, 1141[]
  2. vgl. hier­zu BFH, Urteil vom 22. Juni 2016 – V R 46/​15, BFHE 254, 272, Rz 18 ff., m.w.N.[]