Die unein­bring­li­che Leis­tung in der Umsatzsteuer

Der Bun­des­fi­nanz­hof hält wei­ter­hin an sei­ner Recht­spre­chung fest, dass eine blo­ße Zah­lungs­ver­zö­ge­rung für die Annah­me einer Unein­bring­lich­keit nicht aus­reicht1.

Die unein­bring­li­che Leis­tung in der Umsatzsteuer

Für eine im Rah­men von § 17 Abs. 2 Nr. 1 UStG unbe­acht­li­che Zah­lungs­ver­zö­ge­rung spricht dabei im hier ent­schie­de­nen Streit­fall, dass die Bei­ge­la­de­ne die am 27.06.2012 mit Fäl­lig­keit zum 27.07.2012 gestell­te Rech­nung ohne Betrags­än­de­rung durch Rech­nung vom 01.10.2012 dahin­ge­hend änder­te, dass nun­mehr eine Fäl­lig­keit zum 31.10.2012 bestand. Da nach den für den Bun­des­fi­nanz­hof bin­den­den Fest­stel­lun­gen des Finanz­ge­richt (§ 118 Abs. 2 FGO) kei­ne bereits im Streit­jahr geäu­ßer­ten Bean­stan­dun­gen die­ser Rech­nung fest­stell­bar sind, kommt es nach den Ver­hält­nis­sen des Streit­fal­les auf wei­ter­ge­hen­de Über­le­gun­gen zu einer Ein­schrän­kung des auch bei § 13b UStG bestehen­den Soll­prin­zips nicht an2.

Auch der in einem spä­te­ren Jahr abge­schlos­se­ne Ver­gleich, der zu einer erheb­li­chen Min­de­rung der Werk­lohn­for­de­rung der Bei­ge­la­de­nen führ­te, begrün­det kei­ne bereits im frü­he­ren Streit­jahr anzu­neh­men­de Unein­bring­lich­keit, da wie­der­um kei­ne Fest­stel­lun­gen (§ 118 Abs. 2 FGO) vor­lie­gen, dass der Zah­lungs­pflich­ti­ge die zu die­sem Ver­gleich füh­ren­den Ein­wen­dun­gen bereits im Streit­jahr erho­ben hat.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 10. Dezem­ber 2020 – V R 7/​20

  1. BFH, Urteil vom 31.05.2001 – V R 71/​99, BFHE 196, 330, BStBl II 2003, 206, unter II. 2.[]
  2. vgl. zum Soll­prin­zip bei § 13 Abs. 1 Nr. 1 Buchst. a UStG BFH, Beschluss vom 07.05.2020 – V R 16/​19, BFHE 270, 158, Leit­satz 2[]