Gebüh­ren für Mit­tei­lung an das zen­tra­le Hun­de­hal­ter­re­gis­ter – und die Mehr­wert­steu­er

Die Ent­ge­gen­nah­me und Bear­bei­tung einer Mel­dung nach § 6 Abs. 1 NHundG ist für die Hun­de­hal­te­rin kei­ne wirt­schaft­lich bedeut­sa­me Leis­tung.

Gebüh­ren für Mit­tei­lung an das zen­tra­le Hun­de­hal­ter­re­gis­ter – und die Mehr­wert­steu­er

Mit die­ser Begrün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver in dem hier vor­lie­gen­den Fall der Kla­ge einer Hun­de­hal­te­rin statt­ge­ge­ben, mit der sie sich gegen einen Gebüh­ren­be­scheid gewen­det hat­te, soweit die­ser eine auf den gesetz­li­chen Gebüh­ren­satz ent­fal­len­de Mehr­wert­steu­er für eine Mit­tei­lung an das zen­tra­le Regis­ter nach § 16 des Nie­der­säch­si­schen Geset­zes über das Hal­ten von Hun­den (NHundG) betraf. Die Kla­ge rich­tet sich gegen eine mit der Füh­rung des Regis­ters beauf­trag­te GmbH, die auf den gesetz­lich fest­ge­leg­ten Gebüh­ren­satz die Mehr­wert­steu­er auf­ge­schla­gen hat­te.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver fest­ge­stellt, dass die Beklag­te selbst nicht umsatz­steu­er­pflich­tig ist. Ihre Umsatz­steu­er­pflicht schei­tert dar­an, dass die frag­li­che Tätig­keit – die Ent­ge­gen­nah­me und Bear­bei­tung einer Mit­tei­lung nach § 6 Abs. 1 NHundG – kei­ne „sons­ti­ge Leis­tung“ im Sin­ne des § 3 Abs. 9 UStG ist. Das Umsatz­steu­er­recht erfasst inso­weit näm­lich aus­schließ­lich Leis­tun­gen im wirt­schaft­li­chen Sin­ne. Der Leis­tungs­emp­fän­ger – hier der Hun­de­hal­ter/​die Hun­de­hal­te­rin – muss einen Vor­teil erhal­ten, der einen Kos­ten­fak­tor in sei­ner Tätig­keit bil­den könn­te und damit zu einem „Ver­brauch“ im Sin­ne des Mehr­wert­steu­er­rechts führt.

Der Umsatz­steu­er unter­lie­gen damit nur wirt­schaft­lich bedeut­sa­me Leis­tun­gen. Dar­an fehlt es hier. Die Ent­ge­gen­nah­me und Bear­bei­tung einer Mel­dung nach § 6 Abs. 1 NHundG ist für die Klä­ge­rin kei­ne wirt­schaft­lich bedeut­sa­me Leis­tung. Es gibt kei­nen Markt für der­ar­ti­ge Leis­tun­gen, und es fin­det kein umsatz­steu­er­recht­lich rele­van­ter „Ver­brauch“ statt. Damit ist die Vor­ge­hens­wei­se der Beklag­ten rechts­wid­rig. Die Klä­ge­rin hat kei­ne Mehr­wert­steu­er auf Gebüh­ren für die Mit­tei­lung an das zen­tra­le Hun­de­hal­ter­re­gis­ter zu zah­len.

Die Beklag­te kann inner­halb eines Monats nach Zustel­lung des Urteils einen Antrag auf Zulas­sung der Beru­fung stel­len.

Ver­wal­tungs­ge­richt Han­no­ver, Urteil vom 8. März 2019 – 10 A 1522/​17