Geschäfts­füh­rer und Umsatz­steu­er

In Fort­füh­rung sei­ner geän­der­ten Recht­spre­chung zur umsatz­steu­er­li­chen Behand­lung von Geschäfts­füh­rungs- und Ver­tre­tungs­leis­tun­gen des Gesell­schaf­ters einer Per­so­nen­ge­sell­schaft hat der Bun­des­fi­nanz­hof mit Urteil vom 10. März 2005 – V R 29/​03 – ent­schie­den, dass die Tätig­keit eines GmbH-Geschäfts­füh­rers als selb­stän­dig zu beur­tei­len sein kann, ohne dass die Organ­stel­lung des Geschäfts­füh­rers dem ent­ge­gen ste­he. Zur Umset­zung die­ses Urteils hat das Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­um nun in einem Schrei­ben Stel­lung genom­men.

Geschäfts­füh­rer und Umsatz­steu­er

Hier­in betont das BMF, dass die Fra­ge der Selb­stän­dig­keit natür­li­cher Per­so­nen für die Umsatz-, Ein­kom­men- und Gewer­be­steu­er nach den­sel­ben Grund­sät­zen zu beur­tei­len ist. Für die Beur­tei­lung, ob die Tätig­keit als geschäfts­füh­ren­des Organ einer Kapi­tal­ge­sell­schaft nicht­selb­stän­dig im Sin­ne des § 2 Abs. 2 Nr. 1 UStG aus­ge­übt wird, ist auf das Gesamt­bild der Ver­hält­nis­se abzu­stel­len. Dabei kön­nen die in den Lohn­steu­er­richt­li­ni­en (H 67 LStH 2005) unter dem Stich­wort „All­ge­mei­nes“ genann­ten Kri­te­ri­en sinn­ge­mäß her­an­ge­zo­gen wer­den. Hier­durch soll sicher­ge­stellt wer­den, dass die nach den­sel­ben Grund­sät­zen zu beur­tei­len­de Fra­ge der Selb­stän­dig­keit oder Nicht­selb­stän­dig­keit natür­li­cher Per­so­nen bei zutref­fen­der recht­li­cher Wür­di­gung ertrag­steu­er­lich und umsatz­steu­er­lich zu glei­chen Ergeb­nis­sen führt. Dies gilt jedoch nicht, wenn Ver­gü­tun­gen für nicht­selb­stän­di­ge Tätig­kei­ten in ertrag­steu­er­li­cher Hin­sicht auf­grund bestehen­der Son­der­re­ge­lun­gen zu Gewinn­ein­künf­ten umqua­li­fi­ziert wer­den.

BMF-Schrei­ben vom 21. Sep­tem­ber 2005 – IV A 5 – S 7104 – 19/​05