Gleich­be­hand­lung unent­gelt­li­cher und ver­bil­lig­ter Arbeit­ge­ber­leis­tun­gen

In einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil hat der Bun­des­fi­nanz­hof zur Anwen­dung der sog. Min­dest­be­mes­sungs­grund­la­ge nach § 10 Abs. 5 Nr. 2 des Umsatz­steu­er­ge­set­zes Stel­lung genom­men. Die Vor­schrift betrifft Leis­tun­gen, die der Arbeit­ge­ber an sein Per­so­nal “auf Grund des Dienst­ver­hält­nis­ses” gegen ein nicht kos­ten­de­cken­des Ent­gelt erbringt. Bemes­sungs­grund­la­ge für die Umsatz­steu­er sind unter die­sen Vor­aus­set­zun­gen die höhe­ren Kos­ten, nicht das ver­ein­bar­te Ent­gelt.

Gleich­be­hand­lung unent­gelt­li­cher und ver­bil­lig­ter Arbeit­ge­ber­leis­tun­gen

Im Streit­fall ging es um die Sam­mel­be­för­de­rung von Arbeit­neh­mern, für die kei­ne zumut­ba­re Möglichkeit bestand, den Arbeits­ort mit öffent­li­chen Ver­kehrs­mit­teln zum Arbeit­be­ginn um 6:00 Uhr zu errei­chen. Die Arbeit­neh­mer hat­ten dafür einen nicht kos­ten­de­cken­den Fahr­preis von 1 DM pro Fahr­tag zu ent­rich­ten.

In sei­nem Urteil vom 15. Novem­ber 2007 betont der BFH den Zusam­men­hang zwi­schen unent­gelt­li­chen und ver­bil­lig­ten Arbeit­ge­ber­leis­tun­gen. Erbringt der Arbeit­ge­ber unent­gelt­lich Leis­tun­gen für den pri­va­ten Bedarf sei­ner Arbeit­neh­mer, sind die­se Leis­tun­gen nach Maß­ga­be der für die Leis­tung ent­ste­hen­den Kos­ten (Aus­ga­ben) zu ver­steu­ern (§ 3 Abs. 1b Nr. 2 und Abs. 9a UStG). § 10 Abs. 5 Nr. 2 UStG soll ver­hin­dern, dass die­se Besteue­rung nicht durch die Ver­ein­ba­rung eines gering­fü­gi­gen Ent­gelts umgan­gen wer­den kann.

Erbringt der Arbeit­ge­ber unent­gelt­lich Leis­tun­gen an sei­ne Arbeit­neh­mer jedoch – wie im Streit­fall die Sam­mel­be­för­de­rung zur Arbeits­stät­te – nicht für deren pri­va­ten Bedarf, son­dern auf­grund betrieb­li­cher Erfor­der­nis­se, liegt kei­ne der Umsatz­steu­er unter­lie­gen­de Leis­tung vor. Dann kann auch die Ver­ein­ba­rung eines ver­bil­lig­ten Ent­gelts nicht zu einer Steu­er­um­ge­hung füh­ren. Im Hin­blick auf den Zweck des § 10 Abs. 5 Nr. 2 UStG, Steu­er­um­ge­hun­gen zu ver­hin­dern, kommt des­halb nach dem BFH-Urteil vom 15. Novem­ber 2007 die Anwen­dung der Min­dest­be­mes­sungs­grund­la­ge nicht in Betracht.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 15. Novem­ber 2007 – V R 15/​06