inner­ge­mein­schaft­li­che Lie­fe­run­gen ohne Umsatz­steu­er-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer

Umsatz­steu­er­be­frei­ung für inner­ge­mein­schaft­li­che Lie­fe­run­gen sind nach einem Urteil des Finanz­ge­richts Köln auch ohne Umsatz­steu­er-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer mög­lich. Wenn zwei­fels­frei fest­steht, dass Waren an einen Unter­neh­mer im übri­gen Gemein­schafts­ge­biet beför­dert wur­den und der Waren­er­werb dort den Vor­schrif­ten der Umsatz­be­steue­rung unter­liegt, ist die­se inner­ge­mein­schaft­li­che Lie­fe­rung (§ 6a Abs. 1 Satz 1 UStG) auch dann steu­er­be­freit, wenn der Abneh­mer nicht über eine Umsatz­steu­er-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer (USt-IdNr.) ver­fügt.

inner­ge­mein­schaft­li­che Lie­fe­run­gen ohne Umsatz­steu­er-Iden­ti­fi­ka­ti­ons­num­mer

Das Finanz­ge­richt Köln hat­te über die Kla­ge eines Maschi­nen­händ­lers zu ent­schei­den, der eine spa­ni­sche Fir­ma belie­fer­te, noch bevor sie im Besitz einer USt-IdNr. war. Das Finanz­amt gewähr­te die Steu­er­be­frei­ung für inner­ge­mein­schaft­li­che Lie­fe­run­gen erst ab dem Zeit­punkt der Ertei­lung der USt-IdNr., obwohl die mate­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen für eine Steu­er­be­frei­ung unstrei­tig von Beginn an vor­la­gen.

Das Finanz­ge­richt Köln gab der hier­ge­gen gerich­te­ten Kla­ge statt und behan­del­te die Lie­fe­run­gen antrags­ge­mäß in vol­lem Umfang als steu­er­be­frei­te inner­ge­mein­schaft­li­che Lie­fe­run­gen. Er stütz­te sich dabei im Wesent­li­chen auf eine Grund­satz­ent­schei­dung des BFH vom 6. Dezem­ber 2007 1. Danach sei die Steu­er­be­frei­ung aus­nahms­wei­se auch ohne die nach § 6a Abs. 3 UStG erfor­der­li­chen Beleg- und Buch­nach­wei­se zu gewäh­ren, wenn fest­ste­he, dass die mate­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen des § 6a Abs. 1 Satz 1 UStG vor­lä­gen.

Finanz­ge­richt Köln, Urteil vom 3. Novem­ber 2010 – 4 K 4262/​08
[Eine aus­führ­li­che Dar­stel­lung die­ses Urteils fin­det sich in der Aus­sen­wirt­schafts­lu­pe.]

  1. BFH, Urteil vom 06.12.2007 – V R 59/​03[]