Insol­venz­ver­wer­tung und Umsatz­steu­er

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat in einem jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urteil zur Fra­ge der Umsatz­steu­er­pflicht Stel­lung genom­men, die bei der Ver­wer­tung von beweg­li­chen und unbe­weg­li­chen Gegen­stän­den mit Abson­de­rungs­recht durch den Insol­venz­ver­wal­ter ent­steht.

Insol­venz­ver­wer­tung und Umsatz­steu­er

Ver­wer­tet danach ein Insol­venz­ver­wal­ter frei­hän­dig eine beweg­li­che Sache, an der ein Abson­de­rungs­recht eines Siche­rungs­ge­bers besteht, so erbringt er dadurch kei­ne Leis­tung gegen Ent­gelt an den Siche­rungs­ge­ber. Die Ver­wer­tungs­kos­ten, die der Insol­venz­ver­wal­ter in die­sem Fall kraft Geset­zes vor­weg für die Mas­se zu ent­neh­men hat, sind kein Ent­gelt für eine Leis­tung.

Anders dage­gen bei unbe­weg­li­chem Ver­mö­gen, etwa Grund­stü­cken oder Eigen­tums­woh­nun­gen: Ver­ein­ba­ren der abson­de­rungs­be­rech­tig­te Grund­pfand­gläu­bi­ger und der Insol­venz­ver­wal­ter, dass der Insol­venz­ver­wal­ter ein Grund­stück für Rech­nung des Grund­pfand­gläu­bi­gers ver­äu­ßert und vom Ver­äu­ße­rungs­er­lös einen bestimm­ten Betrag für die Mas­se ein­be­hal­ten darf, führt der Insol­venz­ver­wal­ter neben der Grund­stücks­lie­fe­rung an den Erwer­ber eine sons­ti­ge ent­gelt­li­che Leis­tung an den Grund­pfand­gläu­bi­ger aus. Der für die Mas­se ein­be­hal­te­ne Betrag ist in die­sem Fall Ent­gelt für eine Leis­tung.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 18. August 2005 – V R 31/​04