Min­der­wert­aus­gleich im Kfz-Lea­sing

Hat der Lea­sing­neh­mer bei Ablauf eines Kfz-Lea­sing­ver­tra­ges einen Min­der­wert­aus­gleich an die Lea­sing­ge­sell­schaft zu leis­ten, unter­liegt die­ser Min­der­wert­aus­gleich nicht der Umsatz­steu­er. So hat jetzt das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt ent­schie­den, dass die Zah­lung eines lea­sing­ty­pi­schen Min­der­wert­aus­gleichs nach Ablauf eines Lea­sing­ver­tra­ges nicht der Umsatz­steu­er unter­liegt.

Min­der­wert­aus­gleich im Kfz-Lea­sing

Die Ent­schei­dung des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts betrifft eine Kon­stel­la­ti­on, wie sie nach Ablauf von Kfz-Lea­sing­ver­trä­gen häu­fig vor­kommt: Der Lea­sing­neh­mer ist nach Ablauf der regu­lä­ren Lauf­zeit eines Lea­sing­ver­tra­ges ver­pflich­tet, das Fahr­zeug in einem dem Alter und der ver­trags­ge­mä­ßen Fahr­leis­tung ent­spre­chen­den Erhal­tungs­zu­stand, frei von Schä­den sowie ver­kehrs- und betriebs­si­cher zurück­zu­ge­ben. Ent­spricht das Fahr­zeug bei Rück­ga­be nicht die­sem Zustand, sehen die all­ge­mei­nen Lea­sing­be­din­gun­gen einen ver­trag­li­chen Scha­dens­er­satz­an­spruch –den sog. lea­sing­ty­pi­schen Min­der­wert­aus­gleich– vor.

Nach Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung 1 unter­liegt die Zah­lung die­ses Min­der­wert­aus­gleichs an den Lea­sing­ge­ber der Umsatz­steu­er. Bei einer sol­chen Zah­lung han­de­le es sich um ein umsatz­steu­er­pflich­ti­ges Ent­gelt für die ver­ein­bar­te Gebrauchs­über­las­sung, die auch die Dul­dung einer den ver­trags­ge­mä­ßen Gebrauch über­schrei­ten­den Nut­zung beinhal­te.

Das Nie­der­säch­si­sche Finanz­ge­richt ist dem­ge­gen­über der Mei­nung, dass die Zah­lung die­ses Min­der­wert­aus­gleichs nicht umsatz­steu­er­bar ist und sich damit der in der Zivil­ge­richts­bar­keit über­wie­gend ver­tre­te­nen Auf­fas­sung ange­schlos­sen. Maß­ge­bend hier­für ist nach Auf­fas­sung des Nie­der­säch­si­schen Finanz­ge­richts, dass die Aus­gleichs­zah­lung des Lea­sing­neh­mers nicht im Leis­tungs­aus­tausch mit Leis­tun­gen des Lea­sing­ge­bers steht, weil es an der erfor­der­li­chen Wech­sel­be­zie­hung zwi­schen Leis­tung und Gegen­leis­tung fehlt. Steu­er­pflich­ti­ge Leis­tung des Lea­sing­ge­bers ist die Gebrauchs­über­las­sung der Lea­sing­sa­che auf Zeit. Nach Ablauf der ver­ein­bar­ten Lea­sing­zeit hat der Lea­sing­ge­ber sei­ne ver­trag­li­che Haupt­leis­tungs­pflicht erfüllt. Der Lea­sing­neh­mer erbringt die von ihm noch geschul­de­te Aus­gleichs­zah­lung nicht, um eine Leis­tung zu erhal­ten, son­dern weil er ver­trag­lich zur Leis­tung des Scha­dens­er­sat­zes ver­pflich­tet ist.

Nie­der­säch­si­sches Finanz­ge­richt, Urteil vom 2. Dezem­ber 2010 – 5 K 224/​09

  1. BMF, Schrei­ben vom 22.05.2008 – IV B 8 – S 7100/​07/​10007, BSt­Bl. I 2008, 632[]