Nach­weis einer umsatz­steu­er­frei­en inner­ge­mein­schaft­li­chen Lie­fe­rung

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat mit drei jetzt ver­öf­fent­lich­ten Urtei­len die Ver­pflich­tung des Unter­neh­mers, die Vor­aus­set­zun­gen einer umsatz­steu­er­be­frei­ten inner­ge­mein­schaft­li­chen Lie­fe­rung in bestimm­ter Wei­se (Buch- und Beleg­nach­weis) nach­zu­wei­sen, im Anschluss an drei Urtei­le des Gerichts­ho­fes der Euro­päi­schen Gemein­schaf­ten vom 27. Sep­tem­ber 2007 kon­kre­ti­siert.

Nach­weis einer umsatz­steu­er­frei­en inner­ge­mein­schaft­li­chen Lie­fe­rung

Lie­fert ein Unter­neh­mer einen Gegen­stand an einen Unter­neh­mer mit Sitz im übri­gen Gemein­schafts­ge­biet – in den ent­schie­de­nen Fäl­len an Unter­neh­mer in Spa­ni­en, Frank­reich und Bel­gi­en -, so ist die­se inner­ge­mein­schaft­li­che Lie­fe­rung steu­er­frei. Der Unter­neh­mer hat die Vor­aus­set­zun­gen für die­se Steu­er­be­frei­ung detail­liert nach­zu­wei­sen.

Der BFH ent­schied, die Ver­pflich­tung des Unter­neh­mers nach § 6a Abs. 3 UStG, die Vor­aus­set­zun­gen einer inner­ge­mein­schaft­li­chen Lie­fe­rung nach Maß­ga­be der §§ 17a, 17c UStDV nach­zu­wei­sen, sei mit dem Gemein­schafts­recht ver­ein­bar. Die Erfül­lung der Nach­weis­pflich­ten des Unter­neh­mers sei­en – ent­ge­gen der bis­he­ri­gen Auf­fas­sung – zwar kei­ne mate­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen für die Befrei­ung als inner­ge­mein­schaft­li­che Lie­fe­rung. Dies hat­te zur Fol­ge, dass die Steu­er­be­frei­ung für eine zwei­fels­frei vor­lie­gen­de inner­ge­mein­schaft­li­che Lie­fe­rung allein des­we­gen zu ver­sa­gen war, weil der Unter­neh­mer die Nach­weis­pflich­ten nicht voll­stän­dig erfüllt hat­te. Die genann­ten Rege­lun­gen – so der BFH – bestimm­ten viel­mehr ledig­lich, dass und wie der Unter­neh­mer die Nach­wei­se zu erbrin­gen habe (for­mel­le Vor­aus­set­zung). Kom­me der Unter­neh­mer sei­nen Nach­weis­pflich­ten nicht nach, sei grund­sätz­lich davon aus­zu­ge­hen, dass die Vor­aus­set­zun­gen einer steu­er­frei­en inner­ge­mein­schaft­li­chen Lie­fe­rung (§ 6a Abs. 1 UStG) nicht erfüllt sind. Etwas ande­res gel­te aus­nahms­wei­se nur dann, wenn auf­grund der objek­ti­ven Beweis­la­ge fest­ste­he, dass die Vor­aus­set­zun­gen einer inner­ge­mein­schaft­li­chen Lie­fe­rung vor­lie­gen. Dann sei die Steu­er­be­frei­ung zu gewäh­ren.

In den Streit­fäl­len hat­ten Auto­händ­ler gel­tend gemacht, PKW in das übri­ge Gemein­schafts­ge­biet gelie­fert zu haben, und die Lie­fe­run­gen als umsatz­steu­er­frei behan­delt. In einer der Rechts­sa­chen gelang dem Klä­ger der erfor­der­li­che Nach­weis nicht; ihm war daher die Steu­er­be­frei­ung zu ver­sa­gen. Der Klä­ger im zwei­ten Streit­fall konn­te zwar nicht alle Nach­wei­se recht­zei­tig vor­le­gen, ihm war die Steu­er­be­frei­ung aber zu gewäh­ren, weil zwei­fels­frei fest­stand, dass inner­ge­mein­schaft­li­che Lie­fe­run­gen vor­la­gen. Eine sol­che war auch im drit­ten Ver­fah­ren zwei­fels­frei gege­ben; daher kam es in die­sem Fall nicht mehr auf die Nach­wei­se an.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urtei­le vom Urtei­len vom 8. Novem­ber 2007 – V R 71/​05 und V R 72/​05
sowie Urteil vom 6. Dezem­ber 2007 – V R 59/​03