Out­sour­cing bei Finanz­dienst­leis­tun­gen

Es liegt kein nach § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG steu­er­frei­er Umsatz vor, wenn für eine Bank, die Geld­aus­ga­be­au­to­ma­ten betreibt, Dienst­leis­tun­gen erbracht wer­den, die dar­in bestehen, die­se Auto­ma­ten auf­zu­stel­len und zu war­ten, sie mit Bar­geld zu befül­len und mit Hard- und Soft­ware zum Ein­le­sen der Geld­kar­ten­da­ten aus­zu­stat­ten, Auto­ri­sie­rungs­an­fra­gen wegen Bar­geld­ab­he­bun­gen an die Bank wei­ter­zu­lei­ten, die die ver­wen­de­te Geld­kar­te aus­ge­ge­ben hat, die gewünsch­te Bar­geld­aus­zah­lung vor­zu­neh­men und einen Daten­satz über die Aus­zah­lun­gen zu gene­rie­ren.

Out­sour­cing bei Finanz­dienst­leis­tun­gen

Steu­er­frei sind nach § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG die Umsät­ze "im Zah­lungs- und Über­wei­sungs­ver­kehr". Die Vor­schrift setzt Art. 13 Teil B Buchst. d Nr. 3 der Richt­li­nie 77/​388/​EWG, der gleich­falls Umsät­ze "im Zah­lungs- und Über­wei­sungs­ver­kehr" von der Steu­er befreit, in natio­na­les Recht um und ist ent­spre­chend die­ser Bestim­mung richt­li­ni­en­kon­form aus­zu­le­gen.

Nach dem EuGH, Urteil Card­point [1] liegt kein steu­er­frei­er Umsatz i.S. die­ser Bestim­mung vor, wenn für eine Bank, die Geld­aus­ga­be­au­to­ma­ten betreibt, Dienst­leis­tun­gen erbracht wer­den, die dar­in bestehen, die­se Auto­ma­ten auf­zu­stel­len und zu war­ten, sie mit Bar­geld zu befül­len und mit Hard- und Soft­ware zum Ein­le­sen der Geld­kar­ten­da­ten aus­zu­stat­ten, Auto­ri­sie­rungs­an­fra­gen wegen Bar­geld­ab­he­bun­gen an die Bank wei­ter­zu­lei­ten, die die ver­wen­de­te Geld­kar­te aus­ge­ge­ben hat, die gewünsch­te Bar­geld­aus­zah­lung vor­zu­neh­men und einen Daten­satz über die Aus­zah­lun­gen zu gene­rie­ren.

Der Begriff des Zah­lungs­ver­kehrs in § 4 Nr. 8 Buchst. d UStG ent­spricht dem des Art. 13 Teil B Buchst. d Nr. 3 der Richt­li­nie 77/​388/​EWG in sei­ner Aus­le­gung durch den Uni­ons­ge­richts­hof.

Danach sind die beschrie­be­nen Leis­tun­gen steu­er­pflich­tig. Die von ihr erbrach­ten Dienst­leis­tun­gen sind nicht geeig­net, die erfor­der­li­chen recht­li­chen und finan­zi­el­len Ände­run­gen her­bei­zu­füh­ren [2]. Allein die den Geld­aus­ga­be­au­to­ma­ten betrei­ben­de Bank spiel­te die Daten­sät­ze in das Sys­tem der BBK ein [3]. Auf eine Unver­zicht­bar­keit der von der Dienst­leis­te­rin erbrach­ten Leis­tung kommt es nicht an [4]. Schwie­rig­kei­ten bei der Bestim­mung der Gegen­leis­tung und damit der Bemes­sungs­grund­la­ge bestehen nicht [5].

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 13. Novem­ber 2019 – V R 30/​19 (V R 6/​15)

  1. EU:C:2019:822[]
  2. EuGH, Urteil Card­point, EU:C:2019:822, Rz 26[]
  3. EuGH, Urteil Card­point, EU:C:2019:822, Rz 27[]
  4. EuGH, Urteil Card­point, EU:C:2019:822, Rz 28[]
  5. vgl. EuGH, Urteil Card­point, EU:C:2019:822, Rz 29[]