Partyservice – und die Umsatzsteuer

Für die Leistungen eines Partyserviceunternehmens gilt der ermäßigte Steuersatz gemäß § 12 Abs. 2 Nr. 1 UStG grundsätzlich nur dann, wenn es sich um reine Lieferung von Standardspeisen handelt. Bei einem erheblichen Dienstleistungsanteil bei der Speisezubereitung bzw. Darreichung (spezielle Fertigung nach Kundenwunsch und Lieferung zu einer bestimmten Zeit) oder zusätzlichen Dienstleistungselementen (z. B. Gestellung von Personal, Mobiliar) kommt der ermäßigte Steuersatz regelmäßig nicht zur Anwendung.

Partyservice - und die Umsatzsteuer

So sind nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs der Europäischen Union und des Bundesfinanzhofs bei der Beurteilung der Leistung eines Partyservice zwei Aspekte entscheidend. Von einer Lieferung kann regelmäßig dann bereits nicht mehr ausgegangen werden, wenn schon keine Standardspeisen geliefert werden. Standardspeisen sind dabei nur solche, bei denen sich die Zubereitung auf einfache, standardisierte Handlungen beschränkt (Kochen, Braten, backen, aufwärmen) und die nicht speziell auf Kundenbestellung gefertigt werden, sondern vorgehalten werden, wie dies bei Imbissen und Verkaufsständen der Fall ist1.

Zudem ist nicht mehr von einer Lieferung auszugehen, wenn wesentliche weitere Serviceanteile in der Leistung enthalten sind (besondere Kreativität in der Zubereitung und Darreichungsform, dienliche Elemente wie Gestellung von Geschirr, Besteck oder Mobiliar, die einen gewissen personellen Einsatz – Transport und Reinigung – erfordern2).

Vor diesem Hintergrund ist gerade bei Berücksichtigung des Vortrags des Partyservices im vorliegenden Fall, wonach es sich bei dem Betrieb um ein Lokal mit “Spitzenküche” handele, bereits ohne das Hinzutreten von weiteren Dienstleistungselementen zweifelhaft, dass es sich bei den Partyservice-Umsätzen um bloße Lieferungen von Standardspeisen handelt.

Finanzgericht Hamburg, Beschluss vom 1. August 2016 – 2 V 115/16

  1. EuGH, Urteil vom 10. März.2011, – C-497/09, C-499/09, C-501/09 und C-502/09, BStBl II 2013, 256 Tz. 66 bis 70 []
  2. vgl. BFH, Urteil vom 23.11.2011 – XI R 6/08, BStBl II 2013, 253 []