Pop­corn und Nachos zum ermä­ßig­ten Umsatz­steu­er­satz

Pop­corn, Nachos, Hot dogs und Süßig­kei­ten, die ein Kino­tbe­trei­ber an Ver­kaufs­the­ken im Kino anbie­tet, unter­lie­gen dem ermä­ßig­ten Umsatz­steu­er­satz von 7 %. Die­ser ermä­ßig­te Steu­er­satz kommt zur Anwen­dung, wenn Lebens­mit­tel ohne wesent­li­che wei­te­re Dienst­leis­tun­gen gelie­fert wer­den, also z.B. beim Ver­kauf im Super­markt. Wer­den die Spei­sen hin­ge­gen für den Abneh­mer zube­rei­tet und zum Ver­zehr an Ort und Stel­le ange­bo­ten, wie dies typi­scher­wei­se in Restau­rants der Fall ist, unter­lie­gen sie dem vol­len Steu­er­satz von heu­te 19 %. Maß­geb­lich ist dabei, dass in den letzt­ge­nann­ten Fäl­len die ange­bo­te­nen Dienst­leis­tun­gen wie Zur­ver­fü­gung­stel­len von Geschirr und Sitz­mög­lich­kei­ten, gege­be­nen­falls auch Bera­tung durch das Per­so­nal, Auf­tra­gen und Abräu­men der Spei­sen sowie die Rei­ni­gung des benö­tig­ten Geschirrs und Bestecks die Lie­fe­rung der Lebens­mit­tel weit über­wiegt. Ein sol­ches Über­wie­gen von Dienst­leis­tun­gen konn­ten die Rich­ter des Finanz­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg in einem aktu­el­len Urteil bei der Abga­be von Spei­sen „zum Mit­neh­men“ im Vor­raum eines Kino­kom­ple­xes nicht erken­nen.

Pop­corn und Nachos zum ermä­ßig­ten Umsatz­steu­er­satz

Zwar muss­te die Klä­ge­rin, die Betrei­be­rin des Kino­kom­ple­xes, die Spei­sen vor der Abga­be an die Kino­kun­den erwär­men und por­tio­nie­ren; dies sei jedoch – eben­so wie das Bereit­stel­len von Abfall­ei­mern für die ver­wen­de­ten Ein­weg­schäl­chen und –gabeln – ledig­lich eine mit der Ver­mark­tung der Spei­sen ver­bun­de­ne Not­wen­dig­keit, so das Finanz­ge­richt, und es wider­sprach damit sowohl der gefes­tig­ten Pra­xis der Finanz­ver­wal­tung als auch einem Urteil des Ham­bur­ger Finanz­ge­richts in einem ähn­lich gela­ger­ten Fall. Die Finanz­ver­wal­tung hat gegen das Urteil Revi­si­on ein­ge­legt, so dass in letz­ter Instanz der Bun­des­fi­nanz­hof in München zu ent­schei­den haben wird.

Finanz­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg, Urteil vom 12. Novem­ber 2007 – 5 K 7371/​05 B