Pri­va­ter Strom­erzeu­ger als Unter­neh­mer

Ein in ein Ein­fa­mi­li­en­haus ein­ge­bau­tes Block­heiz­kraft­werk, mit dem neben Wär­me auch Strom erzeugt wird, der ganz oder teil­wei­se, regel­mä­ßig und nicht nur gele­gent­lich gegen Ent­gelt in das all­ge­mei­ne Strom­netz ein­ge­speist wird, dient der nach­hal­ti­gen Erzie­lung von Ein­nah­men aus der Strom­erzeu­gung. Eine sol­che Tätig­keit begrün­det daher unab­hän­gig von der Höhe der erziel­ten Ein­nah­men die Unter­nehmer­ei­gen­schaft des Betrei­bers, auch wenn die­ser dane­ben nicht unter­neh­me­risch tätig ist. Der Vor­steu­er­ab­zug aus der Anschaf­fung des Block­heiz­kraft­werks ist daher, wie der Bun­des­fi­nanz­hof in einem heu­te ver­öf­fent­lich­ten Urteil ent­schie­den hat, unter den all­ge­mei­nen Vor­aus­set­zun­gen des § 15 UStG zu gewäh­ren.

Pri­va­ter Strom­erzeu­ger als Unter­neh­mer

In dem jetzt vom BFH ent­schie­de­nen Fall ließ der Klä­ger, ein Lok­füh­rer, in sein von ihm und sei­ner Fami­lie genutz­tes Ein­fa­mi­li­en­haus ein sog. Block­heiz­kraft­werk ein­bau­en. Ein Block­heiz­kraft­werk dient der gleich­zei­ti­gen Erzeu­gung von Strom und Wär­me in einem Gebäu­de (sog. Kraft-Wär­me-Kopp­lung). Dabei wird mit einem Ver­bren­nungs­mo­tor zunächst mecha­ni­sche Ener­gie erzeugt und die­se dann durch einen Gene­ra­tor in Strom umge­wan­delt. Die anfal­len­de Abwär­me des Gene­ra­tors und des Motors wird unmit­tel­bar vor Ort zum Hei­zen des Gebäu­des und für die Warm­was­ser­be­rei­tung in dem Gebäu­de ver­wen­det. Der selbst­er­zeug­te Strom wird in der Regel inso­weit in das öffent­li­che Netz ein­ge­speist, als er nicht in dem Gebäu­de ver­braucht wird.

Der Klä­ger lie­fer­te 80 % des mit dem Block­heiz­kraft­werk erzeug­ten Stroms auf­grund eines auf unbe­stimm­te Zeit geschlos­se­nen Ver­tra­ges an ein Ener­gie­ver­sor­gungs­un­ter­neh­men; den Rest ver­brauch­te er selbst.

Das Finanz­amt ver­sag­te den Vor­steu­er­ab­zug aus der Anschaf­fung des Block­heiz­kraft­werks mit der Begrün­dung, der Klä­ger sei kein Unter­neh­mer, weil er mit der Anla­ge maxi­mal ca. 1.800 € im Jahr an Ein­nah­men erzie­len kön­ne; unter­halb einer Ein­nah­men­gren­ze von 3.000 € kön­ne nicht von einer unter­neh­me­ri­schen Tätig­keit aus­ge­gan­gen wer­den. Dem folg­te der BFH – wie zuvor schon das Finanz­ge­richt – nicht.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 18.12.08 – V R 80/​07