Schät­zung beim Vor­steu­er­ab­zug

Nach § 162 Abs. 1 Satz 2 AO sind bei einer Schät­zung der Besteue­rungs­grund­la­gen alle Umstän­de zu berück­sich­ti­gen, die für die Schät­zung von Bedeu­tung sind. Das gewon­ne­ne Schät­zungs­er­geb­nis muss schlüs­sig, wirt­schaft­lich mög­lich und ver­nünf­tig sein [1].

Schät­zung beim Vor­steu­er­ab­zug

Ste­hen die Schät­zungs­grund­la­gen (steu­er­pflich­ti­ge Umsät­ze und Gesamt­um­sät­ze) fest, ver­stößt es nicht gegen Denk­ge­set­ze, wenn den steu­er­pflich­ti­gen Umsät­zen bei der Quo­ten­bil­dung für Zwe­cke der Schät­zung die Gesamt­um­sät­ze gegen­über­ge­stellt wer­den. Dabei ist die Ein­be­zie­hung der steu­er­frei­en Zuschüs­se und Mit­glieds­bei­trä­ge in den Gesamt­um­satz zuläs­sig, weil sie den Umfang der nicht steu­er­ba­ren Tätig­keit wider­spie­geln.

Die Schät­zungs­me­tho­de wider­spricht nicht dem Beschluss des BFH vom 14.04.2008 [2]. Die­ser Beschluss betrifft nicht die Ermitt­lung der abzieh­ba­ren Vor­steu­er­be­trä­ge im Wege der Schät­zung nach § 162 Abs. 1 Satz 2 AO. Viel­mehr hat der XI. Bun­des­fi­nanz­hof des BFH zu Recht ent­schie­den, dass bei der Vor­steu­er­auf­tei­lung im Fal­le einer wirt­schaft­li­chen und nicht wirt­schaft­li­chen Tätig­keit des Steu­er­pflich­ti­gen maß­geb­lich sei, wel­cher Teil der Ein­gangs­auf­wen­dun­gen der einen oder der ande­ren Tätig­keit zuzu­rech­nen sei [3]. Dem Beschluss kann indes nicht ent­nom­men wer­den, dass nicht steu­er­ba­re Zuschüs­se zur Quo­ten­bil­dung für Zwe­cke der Schät­zung nicht her­an­ge­zo­gen wer­den dür­fen, wenn die feh­len­de Zurech­nungs­mög­lich­keit im Ver­ant­wor­tungs­be­reich des Steu­er­pflich­ti­gen liegt.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 24. Sep­tem­ber 2014 – V R 54/​13

  1. z.B. BFH, Urteil vom 24.06.2014 – VIII R 54/​10, BFH/​NV 2014, 1501, unter Rz 23, m.w.N.[]
  2. BFH, Beschluss vom 14.04.2008 – XI B 171/​07 ((BFH/​NV 2008, 1215, unter 2.[]
  3. EuGH, Urteil vom 13.03.2008 – C‑437/​06, Secu­ren­ta, Slg. 2008, I‑1597, Rz 37; so auch BFH, Urteil in BFHE 230, 263, BStBl II 2010, 885, Rz 18 bis Rz 23[]