Steu­er­be­frei­ung der Umsät­ze eines Sozi­al­ar­bei­ters

Ein Steu­er­pflich­ti­ger, der Leis­tun­gen erbringt, die im Sin­ne des Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g und h der Richt­li­nie 77/​388/​EWG eng mit der Sozi­al­für­sor­ge bzw. der Kin­der- und Jugend­be­treu­ung ver­bun­den sind, kann sich unmit­tel­bar auf die Richt­li­nie 77/​388/​EWG beru­fen, soweit eine natio­na­le Befrei­ungs­vor­schrift fehlt.

Steu­er­be­frei­ung der Umsät­ze eines Sozi­al­ar­bei­ters

Hat der Gemein­schafts­ge­setz­ge­ber selbst die Inan­spruch­nah­me der betref­fen­den Befrei­un­gen, auf die sich der Steu­er­pflich­ti­ge beru­fen kann, nicht aus­drück­lich vom Feh­len eines Gewinn­stre­bens abhän­gig gemacht –wie hier Art. 13 Teil A Abs. 1 Buchst. g und h der Richt­li­nie 77/​388/​EWG – , kann sich das Finanz­amt nicht dar­auf beru­fen, dass nach der inso­weit unvoll­stän­dig umge­setz­ten natio­na­len Befrei­ungs­vor­schrift nur Leis­tun­gen gemein­nüt­zi­ger Ein­rich­tun­gen befreit sind.

Für die Aner­ken­nung eines Unter­neh­mers als eine Ein­rich­tung mit sozia­lem Cha­rak­ter kann auch gewür­digt wer­den, dass der Leis­ten­de die begüns­tig­ten Leis­tun­gen auf­grund ver­trag­li­cher Ver­ein­ba­run­gen mit Trä­gern der Sozi­al­ver­si­che­rung erbracht hat. Es reicht jedoch nicht, dass der Unter­neh­mer ledig­lich als Sub­un­ter­neh­mer für eine aner­kann­te Ein­rich­tung tätig gewor­den ist.

Bun­des­fi­nanz­hof, Urteil vom 8. Novem­ber 2007 – V R 2/​06