Umsät­ze für die See­schiff­fahrt

Wer ist – umsatz­steu­er­lich – der Betrei­ber eines See­schif­fes 1?
Die Finanz­ver­wal­tung defi­niert jetzt:

Umsät­ze für die See­schiff­fahrt

Unter den Begriff „Betrei­ber“ fal­len unter Berück­sich­ti­gung des gemein­schafts­recht­li­chen Umfangs der Befrei­ung von Umsät­zen für die See­schiff­fahrt sowohl Ree­der als auch Beree­de­rer von See­schif­fen, sofern die Leis­tun­gen unmit­tel­bar dem Erwerb durch die See­schiff­fahrt die­nen. Die Eigen­tums­ver­hält­nis­se sind für die Steu­er­be­frei­ung inso­weit uner­heb­lich. Eine Zwi­schen­la­ge­rung von Lie­fe­rungs­ge­gen­stän­den im Sin­ne des § 8 Abs. 1 UStG ist eben­falls unschäd­lich. Char­ter­ver­gü­tun­gen, die von Lini­en­ree­de­rei­en geleis­tet wer­den, die wie­der­um Beree­de­rungs­ver­trä­ge mit Ree­de­rei­en abschlie­ßen, sind als Gegen­leis­tung für steu­er­be­frei­te Umsät­ze für die See­schiff­fahrt anzu­se­hen.

Umsät­ze, die an von Ree­de­rern oder Beree­de­rern beauf­trag­te Agen­ten bzw. Schiffs­mak­ler aus­ge­führt wer­den, fal­len dage­gen als Umsät­ze auf einer vor­aus­ge­hen­den Han­dels­stu­fe nicht unter die Steu­er­be­frei­ung.

Es wird – auch für Zwe­cke des Vor­steu­er­ab­zugs des Leis­tungs­emp­fän­gers – nicht bean­stan­det, wenn in Rech­nun­gen über Leis­tun­gen, die vor dem 1. August 2009 aus­ge­führt wur­den, Umsatz­steu­er geson­dert aus­ge­wie­sen ist, weil der Begriff „Betrei­ber eines See­schif­fes“ anders aus­ge­legt wur­de.

Bun­des­mi­nis­te­ri­um der Finan­zen, Schrei­ben vom 24. Juli 2009 – IV B 9 – S 7155/​07/​10001 [2009/​0502455]

  1. vgl. Abschn. 145 Abs. 1 UStR 2008[]