Umsatzbesteuerung im Hofladen

Im Juni letzten Jahres hat der Bundesfinanzhof geurteilt, dass nur der Verkauf selbst erzeugter landwirtschaftlicher Produkte in einem Hofladen der Besteuerung nach Durchschnittssätzen gemäß § 24 UStG unterliegt. Damit hat der BFH seine Rechtsprechung aus dem Jahr 2001 aufgegeben, wonach auch die in begrenztem Umfang vorgenommene Veräußerung zugekaufter landwirtschaftlicher Produkte der Sonderregelung für Land- und Forstwirte unterliegt.

Umsatzbesteuerung im Hofladen

Dieses Urteil setzt die Finanzverwaltung jetzt allgemein um und hebt die anders lautenden Bestimmungen der Umsatzsteuerrichtlinien auf. Damit beschränkt sich zukünftig bei Waren, die in einem Hofladen oder einer anderen Verkaufseinrichtung (z.B. mobiler Marktstand) abgesetzt werden, die Anwendung der Umsatzbesteuerung nach Durchschnittssätzen gemäß § 24 UStG auf die Veräußerung der im eigenen Betrieb erzeugten land- und forstwirtschaftlichen Produkte.

Umsätze aus der Lieferung von zugekauften Erzeugnissen unterliegen hingegen zukünftig stets der Besteuerung nach den allgemeinen Vorschriften des Umsatzsteuergesetzes. Dies gilt auch nach Ansicht der Finanzverwaltung auch für die Veräußerung von aus selbst erzeugten land- und forstwirtschaftlichen Produkten hergestellten Gegenständen, wenn diese Gegenstände durch eine Be- oder Verarbeitung ihren land- und forstwirtschaftlichen Charakter verloren haben, also etwa dem Verkauf von Wurstwaren, Gestecken oder Adventskränzen.

Der Landwirt bzw. Forstwirt trägt dabei die Feststellungslast für die Anwendung der Durchschnittssatzbesteuerung nach § 24 UStG. Dies gilt insbesondere für Fälle, in denen sowohl selbst erzeugte land- und forstwirtschaftliche Produkte als auch gleichartige zugekaufte Waren veräußert werden.

Allerdings gewährt die Finanzverwaltung eine Übergangsfrist bis Ende Juli 2008. So soll nicht beanstandet werden, wenn bei Umsätzen aus der Veräußerung zugekaufter landwirtschaftlicher Produkte und von aus land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnissen hergestellten Gegenständen, die vor dem 1. Juli 2008 ausgeführt werden, nach Maßgabe der bisherigen Regelungen der Durchschnittssatzbesteuerung nach § 24 UStG unterwirft. Bis Ende Juli 2008 steht dem Landwirt bzw. Forstwirt mithin ein Wahlrecht zu, ob er zugekaufte Waren nach den bisherigen oder den neuen Regelungen der Umsatzbesteuerung unterwirft.

Bundesfinanzministerium, Schreiben vom 16. Januar 2008 – IV A 5 – S 7410/07/0008 DOK 2008/0011451